Wegen des Kriegs im Nahen Osten hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, die Palmprozession abgesagt und die Chrisammesse am Gründonnerstag auf unbestimmte Zeit verschoben. In einem auf der Internetseite des Lateinischen Patriarchats veröffentlichten Brief schrieb er an die Gläubigen: „Aufgrund des Krieges konnten wir in diesem Jahr die traditionelle Fastenzeit in Jerusalem mit den feierlichen Gottesdiensten am Heiligen Grab und an den Stätten der Passion nicht erleben."
Zugleich erinnerte er an die Aufforderung Jesu an seine Jünger, „allezeit zu beten und den Mut nicht zu verlieren" (Lk 18,1). Ihn selbst tröste die Gewissheit, dass überall bereits gebetet werde und Menschen sich dafür einsetzten, die geistliche Verbundenheit aufrechtzuerhalten.
Anstelle der traditionellen Palmprozession vom Ölberg nach Jerusalem soll es einen Gebetsmoment für die Stadt an einem noch festzulegenden Ort geben. Die Chrisammesse werde nachgeholt, sobald es die Lage zulasse – möglicherweise noch innerhalb der Osterzeit. Da die Feier der Chrisammesse liturgisch an den Gründonnerstag gebunden ist, war für die Verlegung eine Sondergenehmigung des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erforderlich, die bereits erteilt worden sei.
Rosenkranz für den Frieden
Die Kirchen der Diözese bleiben geöffnet. Die Priester wurden laut Pizzaballa dazu angehalten, „in der ihnen möglichen Form und Weise alles zu tun, um das Gebet und die Teilnahme der Gläubigen an den Feiern des Ostergeheimnisses zu fördern“. Auch rief er dazu auf, die Einschränkungen „durch gemeinsame Gebetsmomente in unseren Familien und in unseren Ordensgemeinschaften" auszugleichen. Für den kommenden Samstag lädt Pizzaballa die Gläubigen ein, den Rosenkranz um das Geschenk des Friedens und des inneren Friedens zu beten.
Der Patriarch schloss seinen Brief mit einer Ermutigung: „Ostern, das wir im Namen des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi feiern, erinnert uns daran, dass keine Dunkelheit, nicht einmal die des Krieges, das letzte Wort haben kann." Das leere Grab sei „das Siegel des Sieges des Lebens über den Hass, der Barmherzigkeit über die Sünde". Diese Gewissheit solle die Schritte der Gläubigen erleuchten und ihre Hoffnung stärken. DT/dsc
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