Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Reise nach Südamerika

Papst Leo: Volles Programm in Uruguay

Sportlicher Papst, sportliches Programm: Am Samstag feiert Papst Leo mit Zehntausenden eine heilige Messe im Fußballstadion. Danach geht es zur Gottesmutter von Guadalupe.
Papst Leo XIV an der apostolischen Nuntiatur in Montevideo
Foto: Imago/ABACA | Offizieller Empfang, sogar von den Jüngsten: Papst Leo segnete gestern Abend dieses Baby vor der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis in Montevideo.

Mit Gottesdiensten und Begegnungen mit der Bevölkerung setzt Papst Leo XIV. seinen am Freitag begonnenen Besuch in Uruguay fort. In der Stadt Paysandú feiert das Kirchenoberhaupt eine Messe, zu der Zehntausende erwartet werden. Uruguay ist das am stärksten laizistische Land in Südamerika. Gut ein Drittel der Bevölkerung gehört der katholischen Kirche an, fast die Hälfte bezeichnet sich als religionslos.

Lesen Sie auch:

Nach seiner Rückkehr am Nachmittag (Ortszeit) in die Hauptstadt Montevideo ist ein Treffen in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Guadalupe geplant. Diesem folgt eine Begegnung an der Katholischen Universität von Uruguay. Um 19.00 Uhr (23.00 Uhr MEZ) hält der Papst ein Abendgebet im historischen Centenario-Stadion in Montevideo. Dort wurde Uruguay 1930 als erste Nation Fußballweltmeister, indem es Argentinien mit 4:2 bezwang. Die Arena wird Schauplatz des Eröffnungsspiels der WM 2030 sein. Drei Wochen nach dem Papstbesuch wird dort das Finale der südamerikanischen Champions League, der Copa Libertadores, ausgetragen.

Zum Beginn seines Lateinamerikabesuchs hatte Papst Leo XIV. am Freitag um neues Vertrauen in die katholische Kirche geworben. Die Kirche wolle mit all jenen zusammenarbeiten, die sich für das Gemeinwohl und die Würde eines jeden Menschen einsetzen, sagte er in Uruguays Hauptstadt Montevideo. Leo XIV. begann dort am Freitag ein Besuchsprogramm, das in elf Tagen auch nach Argentinien und Peru führt. Uruguay gilt als der am stärksten säkularisierte Staat Südamerikas. Knapp die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als religionslos.

Forderung nach Gewissensfreiheit

Präsident Yamandú Orsi hieß den Papst auf der Plaza Independencia in der Hauptstadt offiziell willkommen. Orsi nannte den Besuch einen Anlass, sich auf gemeinsame Werte und auf die Sorge um das Gemeinwohl zu besinnen. Der Staat könne nicht alle Aufgaben allein leisten, sagte der Präsident. Orsi, der selbst keiner Religionsgemeinschaft angehört, lobte die Rolle der katholischen Kirche auf dem Feld des Sozialen und hob zugleich die gesellschaftliche Pluralität hervor. Zum Empfang waren zehntausende Beand daran hindern, auch im öffentlichen Raum Gewissensentscheidungen zu folgen. Die Neutralität des Staates verlange nicht, dass Religion sich auf den privaten Bereich beschränken müsse.

Lesen Sie auch:

Leo XIV. würdigte die Rolle des kleinen Uruguay im südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur. In einer Zeit, in der Differenzen leicht zu Gründen für Konflikte würden, stelle das beharrliche Festhalten an der Achtung des Rechts, an Verhandlungen und an der geduldigen Suche nach Einigung einen Dienst dar, den Uruguay seinen Nachbarländern erweisen könne, sagte der Papst. Präsident Orsi hat derzeit den Vorsitz der Mercosur-Staaten. Weiter lobte der Leo XIV. die ambitionierte Energiewende Uruguays hin zu erneuerbaren Energien.

Sorge um Geburtenrückgang und Suizide

In Zusammenhang mit der Geburtenentwicklung in Uruguay mahnte Leo XIV. den Schutz ungeborener Kinder und Unterstützung für Familien an. „Wer noch nicht geboren ist, gehört bereits zur Menschheitsfamilie und zur Zukunft seines Volkes", sagte der Papst. Er äußerte auch Sorge über die Suizidrate, die zu den höchsten in Lateinamerika gehört. Weiter nannte er es die Verantwortung der Gesellschaft, die Gesundheitsfürsorge jedem Menschen unabhängig von seinen finanziellen Mitteln zugänglich zu machen.

Dabei betonte der Papst, die Kirche wolle mit allen zusammenarbeiten, die sich für Linderung von Leid einsetzten. Zu dieser gemeinsamen Aufgabe trage sie das bei, „was ihr eigen ist: eine Hoffnung, die nicht erlischt, wenn die menschlichen Mittel an ihre Grenzen stoßen". Auch erinnere sie an den Sinn und den Wert des Lebens. KNA/DT

Jetzt die „Tagespost" abonnieren und nichts mehr verpassen.

Themen & Autoren
Meldung Leo XIV. Mutter Jesu Maria Päpste Säkularisation

Weitere Artikel

In Madrid trifft Leo XIV. auf tausende Helfer und würdigt ihren Einsatz. In Barcelona ruft er die Gläubigen dazu auf, zu „Baumeistern der Einheit“ zu werden.
09.06.2026, 16 Uhr
Meldung
Rupniks Mosaike in Lourdes werden nicht mehr enthüllt. Warum der Bischof des französischen Marienheiligtums einen anderen Weg geht als seine Mitbrüder in Fátima und Aparecida.
05.09.2026, 19 Uhr
Regina Einig

Kirche

Ist die Josef-Pieper-Stiftung noch im Franz-Hitze-Haus des Bistums Münster willkommen? Wie aus dem Streit um Bischof Robert Barron ein Tauziehen um eine mögliche Tagung wurde.
05.11.2026, 11 Uhr
Benjamin Leven
Damit auch im dritten Jahrtausend die Klöster kraftvoll bleiben, bedarf es einer großen EU-Initiative.
05.11.2026, 09 Uhr
Henry C. Brinker
Heiligenkostüme statt Halloween: Die Pfarrei St. Marien im Marienwallfahrtsort Neviges hat ein Alternativprogramm angeboten: Wieso die Initiative missionarisch ist.
04.11.2026, 19 Uhr
Regina Einig
In der Auseinandersetzung mit Papst Leo XIV. wird Bischof Georg Bätzing zum Systemtheoretiker. Doch seine Kritik beruht auf einem Missverständnis.
04.11.2026, 17 Uhr
Benjamin Leven
„Es war eine Beichte, ich kann nichts darüber sagen“, kostete ihm das Leben. Der selige Priester Augusto Rafael Ramírez Monasterio wurde 1983 in Guatemala erschossen.
07.11.2026, 05 Uhr
Claudia Kock