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Nuntius warnt vor Anpassung der Kirche an die Gesellschaft

Die Kirche würde man so nicht retten, meint Hubertus van Megen und fragt, welche Motivation hinter den deutschen Reformvorhaben stecke.
Nuntius Hubertus van Megen warnt vor Anpassung der Kirche an die Gesellschaft
Foto: Priska Sommer (KNA) | Die Afrikaner sagen, Deutschland wolle eine Kirche, die es gar nicht geben kann, so der Apostolische Nuntius Hubertus van Megen.

Seit drei Monaten ist der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Hubertus van Megen, im Amt. In seinem ersten Interview seit Amtsantritt sprach der Niederländer am Mittwoch mit „katholisch.de“ über seine ersten Eindrücke von Kirche und Gesellschaft in Deutschland sowie über den Synodalen Weg und die Suche nach neuen Bischöfen. Dabei warnte er davor, die Kirche durch eine stärkere Anpassung an die Gesellschaft retten zu wollen. „Das wird es nicht geben“, sagte van Megen.

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Mit Blick auf die Reformdebatte in Deutschland sagte der Nuntius: „Die Deutschen wollen nach meinem Eindruck oftmals zu schnell zu viel.“ Er frage sich, „aus welcher Motivation heraus“ man die Kirche reformieren wolle. „Denkt man: Wenn wir diese oder jene Reform machen, dann retten wir die Kirche? Das hielte ich, wie schon gesagt, für eine Illusion“, so van Megen. Die Kirche habe eine Botschaft, „die Botschaft von Jesus Christus“. Zugleich stellte er fest: „Aber die Gesellschaft hat – so ehrlich müssen wir sein – kaum noch Interesse an dieser Botschaft.“

Prozess der Säkularisierung setzt sich  fort

Als Niederländer sieht van Megen Parallelen zur Entwicklung der katholischen Kirche in seinem Heimatland. Dort habe es in den vergangenen Jahrzehnten Entwicklungen gegeben, „die man zeitverzögert nun auch hier in Deutschland erlebt“. Der Prozess der Säkularisierung setze sich immer weiter fort. In Bezug auf Deutschland äußerte sich der Nuntius kritisch zum Begriff „Macht“, der in den Dokumenten des Synodalen Wegs eine zentrale Rolle spiele. „Warum sagt man ‚Macht‘ und nicht ‚Autorität‘ oder ‚Dienst‘?“, fragte er. „Macht hat für mich etwas Negatives, etwas Unterdrückendes.“ Er finde das Wort „Macht“ „fast schon gefährlich“.

Die Reformdebatte müsse aus seiner Sicht im Horizont der Weltkirche gesehen werden. Als in Afrika bekannt geworden sei, dass er nach Deutschland gehe, hätten Priester und Laien zu ihm sinngemäß gesagt: „Oh, Sie gehen nach Deutschland. Passen Sie auf! Die wollen eine Kirche, die es gar nicht geben kann.“ Die Spannung mit Blick auf den Synodalen Weg gehe „durch die ganze Weltkirche“. Positiv hob van Megen dagegen hervor, dass die Kirche in Deutschland ihre Reformwünsche bislang Rom vorgelegt habe. „Sie ist sich bewusst, dass sie Teil der universalen Kirche ist.“  DT/dsc

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