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Neuer Rekord: 21.386 Erwachsenentaufen in Frankreich

Auch dieses Jahr werden im Nachbarland an Ostern Tausende junge Menschen katholisch. Die Pariser Kirchenprovinz organisiert ein Partikularkonzil, um die „neuen“ Katholiken angemessen zu begleiten.
Taufboom in Frankreich
Foto: IMAGO/Pascal Deloche / Godong (www.imago-images.de) | Insgesamt sollen in der Osternacht in Frankreich rund 21.386 Menschen getauft werden, darunter etwa 13.200 Erwachsene und etwa 8.200 Jugendliche.

Die katholische Kirche in Frankreich verzeichnet 2026 einen neuen Höchststand bei den Taufen. Insgesamt sollen in der Osternacht rund 21.386 Menschen getauft werden, darunter etwa 13.200 Erwachsene und etwa 8.200 Jugendliche. Dies teilte die Französische Bischofskonferenz am Mittwoch mit. Zum Vergleich: In Deutschland traten 2025 insgesamt 2.269 Menschen in die katholische Kirche ein. Auch hier ist ein leichter Anstieg zu beobachten – allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau.

Deutlicher Zuwachs bei Erwachsenen

Besonders stark wächst die Zahl der Erwachsenentaufen. Mehr als 13.000 Erwachsene werden in diesem Jahr in Frankreich getauft, ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zu 2025. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht: von 4.124 im Jahr 2016 auf 13.234 im Jahr 2026. Allein im Ballungsraum Paris werden 3.184 Erwachsenentaufen erwartet.

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Die Altersstruktur zeigt: Vor allem jüngere Erwachsene entwickeln eine Sehnsucht nach dem Christentum. 42 Prozent der Taufbewerber sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, weitere 40 Prozent zwischen 26 und 40 Jahren. Knapp zwei Drittel sind Frauen. Hinsichtlich der religiösen Herkunft ergibt sich ein differenziertes Bild: 45 Prozent stammen aus einer christlichen Tradition, 46 Prozent aus atheistischen Familien, drei Prozent sind Muslime.

Auch die Zahl der Jugendlichen steigt

Neben den Erwachsenen wächst auch die Zahl der jugendlichen Taufbewerber. An Ostern 2026 werden um die 8.200 jugendliche Katechumenen getauft. Der Anstieg fällt mit zehn Prozent allerdings geringer aus als bei den Erwachsenen. Zugleich ist die Datenerhebung unvollständig, da nicht alle Diözesen über eigene Strukturen für den Katechumenat von Jugendlichen verfügen und so nicht alle Personen gezählt werden, die in den verschiedenen Pfarreien getauft werden.

Parallel dazu steigt auch die Zahl der erwachsenen Konfirmanden seit 2022 kontinuierlich an; 2025 ließen sich 11.218 Erwachsene das Sakrament der Firmung spenden.

Suche nach Sinn als zentraler Antrieb

Eine im Frühjahr 2026 von der Französischen Bischofskonferenz durchgeführte Umfrage unter 1.450 Katechumenen gibt Einblick in die Motive, die sie zur Taufe geführt haben. 40 Prozent geben an, durch eine persönliche Krise zum Glauben gefunden zu haben. Genannt werden vor allem Krankheit – eigene oder im Umfeld – sowie Todesfälle im Familien- oder Freundeskreis, die existenzielle Fragen aufwerfen.

Ein Drittel der Befragten berichtet zudem von einer intensiven spirituellen Erfahrung. Auffällig ist auch die eigenständige Annäherung an die Grundlagen des Christentums: 61 Prozent hatten bereits vor Beginn des Katechumenats angefangen, in der Bibel zu lesen. Ein Befragter wird in der Studie mit den Worten zitiert: „Als überzeugter Atheist wollte ich verstehen, warum ich nicht glaubte. Ich war neugierig, habe mir eine Bibel gekauft und gelesen. Das hat mich interessiert, ich habe weitergemacht, dann habe ich mich verliebt – und seitdem praktiziere ich meinen Glauben.“

Die Rolle sozialer Medien bleibt dagegen vergleichsweise gering. Nur elf Prozent geben an, durch Influencer zur Taufe motiviert worden zu sein. Eine Umfrage katholischer Medien aus dem Jahr 2025 hatte hier noch ein anderes Bild gezeichnet: Damals sah weit mehr als die Hälfte der Befragten christliche Influencer als wichtigen Faktor auf ihrem Weg zur Taufe.

Bindung an die Kirche unterschiedlich stark

Auch zur Integration der Neugetauften liegen Daten vor. In einer Befragung von 850 im letzten Jahr Getauften geben 72 Prozent an, sich von ihrer kirchlichen Gemeinschaft unterstützt zu fühlen. Ein Viertel berichtet jedoch, sich zumindest zeitweise alleingelassen gefühlt zu haben, acht Prozent haben den Kontakt zu ihrer Pfarrei nach der Taufe rasch wieder verloren.

Gleichzeitig zeigt sich eine beachtliche Beteiligung am Gemeindeleben: 40 Prozent nehmen regelmäßig an Aktivitäten ihrer Pfarrei teil, 42 Prozent engagieren sich in einem konkreten Dienst – etwa in der Katechese, bei Krankenbesuchen oder in kirchlichen Gruppen. Die Hälfte besucht jeden Sonntag die Messe, etwa jeder Neunte sogar mehrmals pro Woche. Ein weiteres Viertel geht mindestens einmal im Monat. Nur fünf Prozent geben an, selten am Gottesdienst teilzunehmen.

Bischöfe reagieren mit regionalem Konzil

Die seit einigen Jahren stetig steigenden Zahlen lösen neue Dynamiken in der Kirche Frankreichs aus. So haben etwa die Bischöfe der Pariser Kirchenprovinz ein Regionalkonzil geplant, das von Dreifaltigkeitssonntag 2026 bis zum Sommer 2027 dauern soll. Es steht unter dem Thema: „Katechumenen und Neugetaufte – neue Perspektiven für das Leben unserer Kirche in unseren Diözesen“.

Dabei sollen unter breiter Einbindung der Gläubigen und der Neugetauften selbst zentrale Fragen beraten werden, zum Beispiel: Wie kann die Aufmerksamkeit stärker auf alle drei Sakramente der christlichen Initiation gerichtet werden, statt sich nur auf Taufe oder Firmung zu konzentrieren? Wie lassen sich Pfarrgemeinden stärker in die Begleitung der Katechumenen und die Integration der Neugetauften einbeziehen? Wie finden Neugetaufte ihren Platz in den Gemeinden? Und wie kann die Kirche von der Glaubensfreude der neuen Mitglieder lernen, ohne sie in bestehende pastorale Routinen zu pressen? Ziel ist es, die Katechumenen nicht nur auf die Taufe hin zu begleiten, sondern dauerhaft in das christliche Leben und die christliche Gemeinschaft einzubinden.

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Franziska Harter Katholikinnen und Katholiken

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