Der Ratzinger-Preis geht in diesem Jahr an den amerikanischen Theologen John C. Cavadini von der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana. Dies teilte die Stiftung "Fondazione Joseph Ratzinger" am Dienstag in Rom mit. Die Preisverleihung an seinen Landsmann will Papst Leo XIV. am 19. Dezember im Vatikan persönlich vornehmen.
Cavadini gilt seit Jahrzehnten als Experte für die Kirchenväter und insbesondere den heiligen Augustinus. Er ist erst der zweite US-Amerikaner in der 26-jährigen Geschichte des Preises. Dieser wurde von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 gestiftet und ist mit 50.000 Euro dotiert. Ein wissenschaftliches Komitee wählt den Preisträger aus und schlägt den Namen dann dem Papst vor. Dieser bestätigt den Preisträger in der Regel. In der Begründung für die diesjährige Auswahl heißt es, Cavadini werde ausgezeichnet für die Seriosität seiner theologischen Publikationen, seinen Eifer als akademischer Lehrer und seine Leidenschaft als Seelsorger.
Die meisten Preisträger sind Deutsche
Cavadini ist der 32. Ratzinger-Preisträger. Mit sieben Geehrten liegt Deutschland weiter vorne in dieser Liste, gefolgt von Frankreich, Spanien und Italien. Unter den Ausgezeichneten sind nicht nur katholische Theologen, sondern auch Gelehrte sowie herausragende Persönlichkeiten anderer Konfessionen. Im Vorjahr ging der Preis an den italienischen Dirigenten Riccardo Muti.
Die "Fondazione Joseph Ratzinger – Benedetto XVI." ist eine Stiftung vatikanischen Rechts. Dem Auswahlkomitee gehört unter anderem der frühere Papstsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, an. Im Vorstand sitzen unter anderem der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. (KNA)
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