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Münsteraner Regens: Homosexuelle Seminaristen nichts „Sensationelles“

Im Erzbistum Paderborn werden künftig auch offen homosexuelle Männer als Priesteramtskandidaten angenommen. Der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz hält dies für nicht Neues.
Erzbistum Paderborn lässt homosexuelle Männer zum Priesterseminar zu
Foto: Fredrik von Erichsen (dpa) | „Ein Problem ist, dass es leider nicht gelingt, in manchen Medien die Dinge differenziert darzustellen“, so der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz, Hartmut Niehues, zur Debatte um den Paderborner Vorstoß.

Für Hartmut Niehues, Regens des Priesterseminars im Bistum Münster, ist der Vorstoß des Erzbistums Paderborn, offen homosexuelle Männer als Priesteramtskandidaten anzunehmen, nichts „Sensationelles“. Was durch die Medien gehe und von Paderborn berichtet werde, sei nicht neu, erklärte Niehues im Gespräch mit dem Kölner Domradio. „Ein Problem ist, dass es leider nicht gelingt, in manchen Medien die Dinge differenziert darzustellen“, so der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz. Plakative Überschriften verkürzten oft bis hin zur Missverständlichkeit.

"Ob einer zölibatär leben kann und will ist die entscheidende Frage"

Der Paderborner Regens Michael Menke-Peitzmeyer hatte zuvor gegenüber dem WDR erklärt, dass die Voraussetzung einer Zulassung homosexueller Männer zum Priesterseminar sei, dass auch diese Kandidaten den Zölibat halten. Praktizierte Sexualität in jeder Form bezeichnete er zugleich als „Ausschlusskriterium“. „Wir müssen unterscheiden zwischen einer homosexuellen Orientierung eines Menschen und homosexueller Praxis“, so Menke-Peitzmeyer. Nur Letztere schließe Männer seiner Meinung nach vom Priesteramt aus.

Im Domradio zeigte sich der Münsteraner Regens Niehues indes fest davon überzeugt, dass in allen Bistümern auf der Grundlage der Rahmenordnung für die Priesterbildung und damit in Übereinstimmung mit der vom Vatikan vorgegebenen Rahmenordnung gearbeitet werde. Priester in der katholischen Kirche verpflichteten sich zum Zölibat, stellte Niehues klar. „Und damit ist die Frage, ob einer zölibatär leben kann und will, die entscheidende Frage.“

Niehues rät Priestern von öffentlichem Bekenntnis zur sexuellen Orientierung ab

In jedem deutschen Bistum sei es Standard, in der Priesterausbildung regelmäßige Gespräche mit den Bewerbern über die sexuelle Orientierung zu führen. Dies sei auch in Zusammenhang mit der Missbrauchskrise und der Frage nach der menschlichen Reife der Kandidaten nochmals Thema geworden. „Ich gehe davon aus, dass wir tatsächlich auch da einen gemeinsamen Standard haben in Deutschland, dass die Frage nach der sexuellen, psychosexuellen und affektiven Reife der Kandidaten immer wieder thematisiert wird“, so der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz.

Von einem öffentlichen Bekenntnis zu ihrer sexuellen Orientierung rät Niehues Priestern ab. „Als heterosexuell orientierter Mensch oder als homosexuell orientierter Mensch muss ich meine Orientierung nicht auf der Stirn tragen.“ Dies sei weder notwendig noch hilfreich.

DT/mlu

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