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Missbrauchskrise: Mehrere Bistümer in Pennsylvania vorgeladen

Die Ermittlungsbehörden fordern Akteneinsicht von mehreren Bistümern. Anonymen Quellen zufolge befassen sich die Ermittlungen auch mit der Herstellung und Verbreitung illegaler Pornografie.
Missbrauch in Pennsylvania
Foto: Friso Gentsch (dpa) | Führende Amtsträger in Pennsylvania haben sich bisher noch nicht zu den Untersuchungen geäußert.

Im US-Bundesstaat Pennsylvania hat das Justizministerium in einem Schritt, den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Geistliche zu untersuchen, mehrere Bistümer vorgeladen. Dazu haben die Ermittlungsbehörden des Bundesstaates Einsicht in Akten gefordert, die bis in das Jahr 2001 zurückreichen.

Sechs der acht Diözesen von Ermittlern kontaktiert

Führende Amtsträger in Pennsylvania haben sich bisher noch nicht zu den Untersuchungen geäußert. Gegenüber der amerikanischen „Catholic News Agency“ (CNA) soll ein hochrangiger Kirchenvertreter jedoch erklärt haben, dass die Ermittlungen sich mit Verbrechen wie dem Transport von Minderjährigen über die Staatsgrenzen, um diese zu missbrauchen, sowie mit der Herstellung oder Verbreitung von illegaler Pornografie befassen.

Sechs der acht Diözesen in Pennsylvania wurden bislang von den Ermittlungsbehörden kontaktiert: Pittsburgh, Allentown, Scranton, Erie, Philadelphia und Harrisburg. Diese äußerten sich dazu jeweils nur in Form kurzer Stellungnahmen. Beispielsweise die Erzdiözese Philadelphia: Diese habe „eine Vorladung einer Grand-Jury erhalten, die das Einreichen bestimmter Dokumente erfordert. Die Erzdiözese wird mit dem US-Justizministerium in dieser Angelegenheit kooperieren“, erklärte Ken Gavin, Sprecher des Erzbistums gegenüber CNA.

Erst vor wenigen Tagen bekannte sich ehemaliger Priester schuldig

Erst vor wenigen Tagen hatte sich ein ehemaliger Priester aus dem Bistum Erie vor Gericht schuldig bekannt, einen Jungen mehrmals sexuell angegriffen zu haben. Zudem wurde ihm der Versuch des Missbrauchs eines zweiten Minderjährigen zur Last gelegt. Dem Beschuldigten drohen bis zu 14 Jahre Gefängnis. Der Bischof der Diözese Erie, Lawrence Persico, zeigte sich ein einer ersten Reaktion „sehr traurig“ über jeden einzelnen Fall. Er kündigte zugleich an, weiterhin eng mit der Justiz zusammenzuarbeiten.

DT/mlu

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