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Irland: Katholische Eheberater müssen Homosexuellen helfen

Die irische Regierung drohte mit Entzug der finanziellen Zuwendungen: Nun hat eine katholische Eheberatungs-Agentur eingelenkt und will in Zukunft auch Homosexuellen helfen.
Katholische Eheberatung für Homosexuelle
Foto: Ralf Hirschberger (dpa-Zentralbild) | Um staatliche Fördermittel zu erhalten, müssten die angebotenen Beratungsdienste „für alle zugänglich“ sein, so eine Sprecherin der verantwortlichen Regierungsbehörde.

Die von den katholischen Bischöfen Irlands ins Leben gerufene Eheberatungs-Agentur Accord wird in Zukunft auch gleichgeschlechtlichen Paaren ihre Dienste zur Verfügung stellen. Darüber berichtet der britische „Catholic Herald“. Damit gibt sie den Forderungen der irischen Regierung nach. Diese hatte gedroht, staatliche Fördermittel einzustellen, wenn Accord auch in Zukunft keine homosexuellen Paare beraten wolle.

Beratungsdienste müssen "für alle zugänglich" sein

Die Regierungsbehörde Tusla, die Familienberatungs-Dienstleistern Gelder zur Verfügung stellt, wird in diesem Jahr 408 000 Euro für die Zweigstelle in der irischen Hauptstadt Dublin und weitere 1 184 500 Euro für die landesweiten Angebote der Beratungsagentur bereitstellen. Gegenüber der „Irish Times“ erklärte eine Sprecherin der Behörde, dass die Vereinbarungen zur finanziellen Förderungen für das Jahr 2018 ausdrücklich darauf hinweisen, dass die angebotenen Beratungsdienste „für alle zugänglich“ sein müssten.

Die katholische Beratungsagentur Accord habe Tusla zugesichert, dass sie ihre Dienste unabhängig von der sexuellen Orientierung anbieten und sich an die Vereinbarungen halten werden, fügte die Sprecherin hinzu. Tusla werde zudem kontrollieren, ob sich die finanziell unterstützten Dienstleister in der Praxis tatsächlich an die Vereinbarungen halten. Sollten Verstöße festgestellt werden, werde man dementsprechende Maßnahmen ergreifen.

Bisher keine Beratung Homosexueller aus religiösen Gründen

Bisher lehnte Accord die Beratung gleichgeschlechtlicher Paare aus religiösen Gründen ab. Die Agentur erteilt auch Sexualkunde- und Beziehungsunterricht in Schulen. Gemäß der katholischen Lehre lernen die Schüler dabei nichts über Verhütung und gleichgeschlechtliche Beziehungen.

Dem „Catholic Herald“ zufolge stand die Irische Bischofskonferenz nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.

DT/mlu

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