Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Hunderte britischer Priester stützen Humanae Vitae

„Ein bedeutender Moment für die Kirche in diesem Land“: Eine Erklärung zur Stützung der Lehre in der Enzyklika „Humanae Vitae“ erhält in Großbritannien die Unterschriften von fast 500 Priestern.
Papst Paul VI.
Foto: epa (Publifoto) | ARCHIV - Papst Paul VI. während des Eucharistischen Weltkongresses in Bogota (Kolumbien).

Fast 500 britische Priester haben eine Erklärung unterzeichnet, in der sie die Lehre der von Papst Paul VI. verfassten Enzyklika „Humanae Vitae“ stützen. Darüber berichtet der britische "Catholic Herald". Anlass der Erklärung ist der bevorstehende 50. Jahrestag der Veröffentlichung. „Humanae Vitae“ bekräftigt die traditionelle christliche Lehre zu Familie und Sexualität und die kirchliche Ablehnung künstlicher Verhütungsmethoden.

In der Stellungnahme weisen die britischen Priester darauf hin, dass viele zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die Botschaft und Warnungen der Enzyklika abgelehnt hätten. Verhütung ohne Ausnahme als „völlig ausgeschlossen“ und „intrinsisch falsch“ zu betrachten sei für viele „schwer zu akzeptieren und zu vertreten“ gewesen. „50 Jahre später hat sich so viel in unserer Gesellschaft entwickelt, das sich negativ auf das menschliche Leben und die Liebe auswirkt“, heißt es in der Erklärung. Viele Menschen schätzten wieder die Weisheit der kirchlichen Lehre. „Als Priester wollen wir anlässlich des 50. Jahrestages von Humanae Vitae die ehrenhafte Vision der Liebe als Weg zur Fortpflanzung bekräftigen, so wie sie die katholische Kirche schon immer gelehrt und verstanden hat.“ Zudem sei eine „menschliche Ökologie“, die Rückbesinnung auf die Natur und der Respekt für die Würde des Menschen „wesentlich für die Zukunft unseres Volkes, Katholiken wie Nicht-Katholiken inbegriffen“. Daher sprechen sich die Priester in der Erklärung dafür aus, die Botschaft von Humanae Vitae neu zu entdecken, „nicht nur getreu dem Evangelium sondern als Schlüssel zum Heil und zur wahren Entwicklung unserer Gesellschaft“.

Allein die Zahl der Unterzeichner zeige, dass die Zahl derjenigen, die die Lehre der Enzyklika befürworten, massiv angewachsen sei, heißt es weiter. Im Jahr 1968 seien dies nur sehr wenige gewesen. Einer der Unterzeichner wies darauf hin, dass es bereits schwer sei, 100 Priester dazu zu bringen, irgendetwas gemeinsam zu tun – da sei es umso bedeutender, wenn sich gleich 500 für eine gemeinsame Sache aussprächen. Und er ergänzte: „Dies stellt einen wichtigen Moment für die Kirche in diesem Land dar.“

DT/mlu

Themen & Autoren
Geistliche und Priester Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Weisheit

Weitere Artikel

Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting
Am Beginn der O-Antiphonen: ein Ruf nach Weisheit in unruhigen Zeiten.
17.12.2025, 00 Uhr
Redaktion

Kirche

Klar, aber nicht hart: Bei der 14. Deutsch-Österreichischen Kirchenrechtstagung in Wien ging es vor allem um kirchliche Anschlussfähigkeit und Profilschärfung.
06.03.2026, 15 Uhr
Stephan Baier
Der Kölner Dom wird von Touristen künftig Eintritt verlangen, Beter kommen kostenlos herein. Eine Chance, die eigentliche Bestimmung der Kathedrale ins Bewusstsein zu rufen.
06.03.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Antworten auf die technische Revolution von heute: Die Internationale Theologen-Kommission beim Vatikan stellt dem Transhumanismus die Würde des christlichen Menschenbilds gegenüber.
05.03.2026, 16 Uhr
Guido Horst
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin forderte die Konfliktparteien zu Verhandlungen auf und warnt davor, Diplomatie und internationales Recht zu untergraben.
05.03.2026, 12 Uhr
Meldung