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Frauen, emanzipiert euch von der kfd!

Vertrauensverlust und überhöhte Beiträge führen zu Massenaustritten. Statt Umdenken im Vorstand gibt es Schelte für die Ausgetretenen.
Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende
Foto: IMAGO/M. Popow (www.imago-images.de) | Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende, wirft den ausgetretenen Frauen vor, keine Ahnung von Verbandsarbeit zu haben.

Die Massenaustritte aus der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands sind eine gute Nachricht. Immer mehr Frauen schwimmen sich von den Vorgaben eines Bundesverbandes frei, dessen zunehmende Basisferne am jüngsten Interview der Bundesvorsitzenden Mechthild Heil im „domradio“ ablesbar ist.

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Den gut 94 000 Frauen, die sich in den letzten drei Jahren von der kfd verabschiedet haben, schickt Frau Heil harsche Schelte hinterher. Sie habe den Eindruck, dass viele Mitglieder nicht wüssten, was Verbandsarbeit bedeute.

Ursachenforschung nötig

Ob diese Unterstellung den Exodus aufhalten wird, ist fraglich. Fakt ist, dass sich die Ursachenforschung bezüglich des Mitgliederschwunds auf zwei Gründe versteift hat: die Erhöhung der Beiträge und der Vertrauensverlust in die Institution Kirche. Dass letzteres Argument nicht überzeugt und mitnichten die Strukturreformdebatte der kfd-Spitze untermauern kann, zeigen die zahllosen Neugründungen katholischer Frauen auf Pfarrebene. Der Austritt aus der kfd fällt für viele engagierte Katholikinnen zeitlich zusammen mit dem Eintritt in die neugegründete örtliche Frauengemeinschaft.

Mit einer gewissen Chuzpe verschweigt der Bundesverband dieses Phänomen, weil es nicht ins gewünschte Bild des Reformstaus passt. Doch diese ehemaligen kfd-Mitglieder, die heute in den Pfarreien mehr tun als lediglich ihre Sonntagspflicht zu erfüllen, sind die Säulen ihrer Pfarreien. Ihnen hat der auf politische Fragen fixierte Bundesverband in den letzten Jahren viel zu wenig Beachtung geschenkt. Dass die höheren Beiträge an der Basis oft nicht vermittelbar sind, liegt auch an der Abgehobenheit der Bundesspitze. Die Frauen an der Basis fremdeln zu Recht mit den Funktionärinnen, die auf viele gläubige Frauen verbissen und ideologisch verkopft wirken. 

Frauen verprellt

Die kfd verdankt ihre Existenz den christlichen Müttervereinen des 19. Jahrhunderts. Dass die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation und die Belange der Mütter – Rente ausgenommen – auf der Agenda von kfd-Veranstaltungen allenfalls noch am Rande vorkommen, hat unzählige Frauen verprellt. Der Austritt aus der kfd wirkt wie ein überfälliger Akt der Emanzipation von einer selbstreferenziell wirkenden Bundesspitze.

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Regina Einig Katholikinnen und Katholiken Mechthild Heil

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