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Essener Generalvikar kritisiert Kardinal Müller

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer greift den vormaligen Präfekten der Glaubenskongregation scharf an. Jüngste Äußerungen des Kardinals zur Missbrauchsstudie bezeichnet er als „brandgefährliche Aussagen“.
Kardinal Müller in der Kritik
Foto: Harald Oppitz (KNA) | Unzucht mit Jugendlichen und Erwachsenen ist eine Todsünde, die keine Macht der Welt für moralisch neutral erklären kann“, unterstrich Kardinal Müller gegenüber dem Portal "Lifesitenews".

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hat den vormaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, scharf angegriffen. Während der Fachtagung der deutschen Bischöfe und der Deutschen Ordensoberenkonferenz zu Maßnahmen der katholischen Kirche zur Prävention sexualisierter Gewalt in Köln kommentierte Pfeffer Inhalte des als vertraulich erklärten Teils der am Samstag zu Ende gegangenen Veranstaltung auf Facebook:

Pfeffer: Brandgefährlichen Aussagen muss widersprochen werden

"Während der gerade stattfindenden Präventionstagung der Bischofskonferenz sorgen die Aussagen von Kardinal Müller für Empörung. Mit solchen Äußerungen, wie sie Müller von sich gibt, werde eine Sexualmoral zementiert, die zur sexuellen Gewalt beigetragen habe, stellte Professor Harald Dreßing, Leiter des Forscherteams der MHG-Studie, unter großem Beifall des Auditoriums fest. Darum muss solchen brandgefährlichen Aussagen auch deutlich widersprochen werden."

Der Kardinal hatte kürzlich gegenüber der amerikanischen Online-Plattform „Lifesitenews“ geäußert, die jetzige Kirchenkrise zeige sich aber auch darin, dass „man die wahren Ursachen nicht sehen will und durch Propagandaphrasen der Homo-Lobby vertuscht. Unzucht mit Jugendlichen und Erwachsenen ist eine  Todsünde, die keine Macht der Welt für moralisch neutral erklären kann“, unterstrich der Kardinal.

Müller: Führene Köpfe unterschätzen das Problem und seine Ursachen

Führende Köpfe der Kirche würden nach wie vor das Problem und seine Ursachen unterschätzen, so Müller laut „LifeSiteNews“. Er fordert unter anderem, dass „homosexuelles Verhalten von Klerikern in keinem Fall geduldet werden kann und dass die kirchliche Sexualmoral nicht durch die weltliche Akzeptanz der Homosexualität relativiert werden darf“.  Erst vor wenigen Wochen war in den USA eine Studie bekannt geworden, die Zusammenhänge zwischen Homosexualität und sexuellem Missbrauch Minderjähriger in Kirchenkreisen aufzeigt (DT 15.11.)

DT/reg

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