Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Diplomatische Beziehungen ausgesetzt

Der Geschäftsträger des Vatikans hat Nicaragua verlassen

Auch zu Panama hat das kommunistische Ortega-Regime die diplomatischen Beziehungen eingefroren.
Nicaragua
Foto: Inti Ocon (AP) | Katholiken nehmen an einer Nachstellung des Kreuzweges während der Fastenzeit in der Metropolitan-Kathedrale teil.

Der Geschäftsträger der Apostolischen Nuntiatur in Managua, Monsignore Marcel Diouf, hat das Land verlassen, nachdem die diplomatische Vertretung auf Wunsch des Regimes von Daniel Ortega geschlossen worden war.

Nach Informationen des Portals „Vatican News“ ist Diouf bereits am Freitag ins Nachbarland Costa Rica umgezogen. Gemäß dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sei die Verwahrung des Gebäudes der Apostolischen Nuntiatur und ihrer Vermögenswerte der Italienischen Republik anvertraut worden. Vor seiner Abreise wurde Diouf von den in Nicaragua akkreditierten diplomatischen Vertretern der Europäischen Union, Deutschlands, Frankreichs und Italiens verabschiedet.

Ortega macht Ernennung des Botschafters für Panama rückgängig

Das sandinistische Regime kündigte die Aussetzung der diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl an, nachdem Papst Franziskus die nicaraguanische Regierung als „rüde Diktatur“ und „Hitler-Diktatur“ bezeichnet hatte. In einer amtlichen Erklärung des nicaraguanischen Außenministeriums hieß es: „Angesichts der Informationen, die von Quellen verbreitet wurden, die offensichtlich mit der katholischen Kirche in Verbindung stehen, erklärt die Regierung der Versöhnung und der nationalen Einheit unseres gesegneten und für immer freien Nicaragua, dass eine Aussetzung der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und der Republik Nicaragua vorgeschlagen wurde.“

Lesen Sie auch:

Außerdem hat Nicaraguas Diktator Daniel Ortega die Ernennung seines Botschafters in Panama rückgängig gemacht. „La Gaceta“, das Amtsblatt Nicaraguas, hat ein kurzes Präsidialdekret veröffentlicht, in dem Ortega die Ernennung von Marvin Roberto Ortega Rodríguez, der seit September 2016 als Botschafter in Panama tätig war, „aufhebt“. Die panamaische Regierung hatte sich der Welle der Solidarität mit den mehr als 300 Oppositionellen angeschlossen, die als „Vaterlandsverräter“ bezeichnet wurden und denen die nicaraguanische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Wie auch Spanien, Argentinien, Chile, Uruguay und Mexiko bot die panamaische Regierung  den Oppositionellen die Staatsbürgerschaft an. 

Gleichzeitig wird Consuelo Sandoval Meza als „Gesandte mit konsularischen Aufgaben“ nach Panama entsandt. Dies bedeutet de facto eine Herabstufung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.  DT/jg

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Daniel Ortega Kommunismus Monsignore Papst Franziskus

Weitere Artikel

Ihre Vertreter setzen sich für Glaubens- und Gewissensfreiheit ein. Über die Zukunft des Iran werden keine ausländischen Interventen, sondern nur die Iraner selbst entscheiden.
26.09.2026, 05 Uhr
David Alton of Liverpool Hans-Ulrich Seidt
Roms Mühlen mahlen langsam. Da kann einem selbst bei der schönsten „Matriciana“ der Appetit vergehen.
21.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig