Man traut seinen Augen nicht, aber es steht da, schwarz auf weiß, in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz: Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße wird die DBK-Kommission für Familie, Jugend und Erziehung leiten.
Mit Heße wird die Leitung dieser Kommission ausgerechnet einem Oberhirten anvertraut, in dessen Erzbistum seit mehr als einem Jahr ein erbitterter Streit um Fragen von Familie, Jugend und Erziehung geführt wird. Der Auslöser: das Rahmenkonzept des Erzbistums für sexuelle Bildung an katholischen Schulen mit dem Titel „Männlich, weiblich, divers“. Katholische Eltern protestieren gegen das Konzept. Sie haben sich in einem „Elternnetzwerk Kinderschutz und Prävention“ zusammengeschlossen.
Das Erzbistum Hamburg ignoriert die Kritik
Doch das Erzbistum ignoriert die Kritik und betont immer wieder, das Papier stoße auf einen „breiten Konsens“ bei Eltern und Lehrern. Der Hamburger Generalvikar Sascha-Philipp Geissler hat den Mitarbeitern des Erzbistums kürzlich in einem internen Schreiben geraten, sich nicht auf Debatten mit den kritischen Eltern einzulassen. Dabei hatte sich zuletzt sogar der Vatikan geäußert und an die Gültigkeit seines eigenen Dokuments von 2019 erinnert: „Als Mann und Frau schuf er sie – Für einen Weg des Dialogs zur Gender-Frage im Bildungswesen“.
Welches Signal wollen uns die Bischöfe mit dieser Wahl wohl senden? Vielleicht dieses: Wer wissen möchte, wohin die Reise bei Familie, Jugend und Erziehung gehen könnte, sollte sehr genau nach Hamburg schauen. Das Ressort hat großes Konfliktpotenzial. Auch in Rom dürfte man aufmerksam verfolgen, welche inhaltlichen Akzente hier zukünftig von der Deutschen Bischofskonferenz gesetzt werden.
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