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Chile: Übergangsleiter des Erzbistums Santiago verspricht Wandel

Nach dem Rücktritt von Kardinal Ricardo Ezzati betont der neue Leiter des Erzbistums Santiago, Celestino Aós, die Notwendigkei von Reformen.
Papst nimmt Rücktritt von chilenischem Kardinal Ezzati an
Foto: Hans Scott (Agencia Uno) | Celestino Aós (M) umarmt Kardinal Ricardo Ezzati Andrello.

Der neue Übergangsleiter des Erzbistums Santiago, Celestino Aós Braco, hat einen Neufang für die Kirche in der chilenischen Hauptstadt versprochen.

Kosmetische Veränderungen nicht ausreichend

"Wir brauchen Reformen und einen tiefgreifenden Wandel", zitierten ihn örtliche Medien nach seiner Sonntagspredigt. Kosmetische Veränderungen seien nicht ausreichend. Den Opfern von "nicht zu rechtfertigenden und nicht zu tolerierenden Übergriffen durch Teile des Klerus" versprach Aós, dass die Kirche auf sie zugehen werde.

Celestino Aós: Psychologe und Kirchenrechtler

Papst Franziskus hatte Aós am Samstag zum "Apostolischen Administrator" des Erzbistums Santiago ernannt. Der 74-Jährige Aós gehört dem Kapuzinerorden an. Bislang war er Bischof von Copiapo im Norden von Chile. Er ist zudem studierter Psychologe und Kirchenrechtler. Am selben Tag hatte er den Rücktritt von Kardinal Ricardo Ezzati angenommen, dem Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird. Gegen Ezzati läuft ein Ermittlungsverfahren der chilenischen Staatsanwaltschaft.

Ermittlungen zu Missbrauchsfällen in Chile

Wie am Wochenende weiter bekannt wurde, überstellte der Vatikan Akten an die Staatsanwaltschaft in Santiago. Es sei eine "Teilantwort" auf ein Rechtshilfeersuchen, so die Justizbehörde. Demnach gingen am Freitag mehr als 20 Dokumente im Gesamtumfang von über 200 Seiten ein. Laut den Berichten ermittelt die Behörde in 158 Fällen gegen 219 Kirchenmitarbeiter wegen Missbrauchs. Bei den mutmaßlichen Opfern gehe um 241 Menschen, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

DT (jobo)

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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Josef Bordat Bischof Kardinäle Kirchenrechtler Missbrauchskrise Papst Franziskus

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