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Caritas wird zum christlichen Unternehmen ohne Christen

Gundekar Fürsich von der Trägergesellschaft „St. Elisabeth“  führt in einem Vortag die Zukunft und Herausforderungen einer abnehmenden Zahl christlicher Caritas-Mitarbeiter vor.
Wortgottesdienst zu Beginn des Katholikentages
Foto: IMAGO/Paul-Philipp Braun (www.imago-images.de) | Auch die Caritas ist Thema auf dem Katholikentag in Erfurt. Im Bild: Wortgottesdienst zu Beginn des Katholikentages.

Die Caritas steuere auf eine Zukunft zu, in der ihr „christliches Bild“ nicht mehr durch christliche Mitarbeiter vertreten werde. Gundekar Fürsich von der Erfurter Caritasträgergesellschaft hat dies in einer Veranstaltung am Freitag auf dem Erfurter Katholikentag als Zukunft von „christlichen Unternehmen ohne Christen“ benannt. In seinem Vortrag präsentierte der Geschäftsführer der Caritasträgergesellschaft „St. Elisabeth“ die Zukunft der christlichen „Profilbildung“ in der Caritas bei abnehmender Zahl christlicher Angestellter.

Keine neuen Fragen

Die Trägergesellschaft in Erfurt, so Fürsich, betreue 22 Pflegeeinrichtungen in der Thüringer Diaspora. Damit werden aktuell knapp 50 Mio. Euro Umsatz jährlich generiert. Von den insgesamt 900 Mitarbeitern seien lediglich 19 % katholisch. In der Leitung seien 54 % christlich, unter allen Mitarbeitern sind es nur 26 %. Die Diözesen im Westen und Süden hätten laut Fürsich ähnliche Probleme und könnten im Umgang damit „vom Osten lernen“: Hier habe man einen entsprechenden Vorteil, „weil wir schon immer mit dieser Situation leben“.

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Diese Entwicklungen seinen nicht unbekannt: In seiner Zeit bei der Caritas habe Fürsich ähnliche negative Entwicklungen bei den Schwesternorden  im Umfeld der Caritas beobachtet. Da sei schon die Frage gestellt worden, wie denn die Einrichtungen weiterleben könnten, wenn es keine Ordensschwestern mehr gäbe, erklärte Fürsich. Diese Fragen seien nicht neu. Auch in den Einstellungsgewohnheiten der Organisation habe sich, besonders mit der neuen Grundordnung zum Arbeitsrecht, viel verändert.

Besonders Muslime akzeptieren die religiöse Prägung

Der Fokus habe sich also vom Leben des Einzelnen auf die Stärkung der Einrichtung verschoben. Als Dienstgeber komme damit die „Verpflichtung, einen christlichen Geist zu schaffen“, bemerkte Fürsich. Damit käme aber auch die Aufgabe eine „andere Sprache zu prägen“ und das sprachliche „Binnenmilleu“ der Kirche zu verlassen: Begriffe der „Gnade und Barmherzigkeit“ seien zwar schön, aber für viele auf der Straße doch unverständlich. Auch das Wort „Altenheim“ schrecke ab. Besser sei es für die Bedürftigen der Pflege „Lebensräume“ zu schaffen.

„Sind sie überhaupt noch Caritas?“

„Geht das überhaupt noch?“ und „Sind sie überhaupt noch Caritas?“, zitierte Fürsich verschiedene Anfragen. „Ja“ laute seine Antwort, dazu müsse man ein eigenes aber „christliches Profil“ bilden, dem auch die nichtchristlichen Mitarbeiter entsprächen.

Trotzdem seien einige nichtchristliche Mitarbeiter „zu weit weg“ von den Selbstverständlichkeiten des Glaubens. Besonders unter muslimischen Mitarbeitern sei aber vor allem das Verständnis „für Ritus“ und das religiöse Bild der Einrichtungen am größten. Durch ihre eigene „rituelle Prägung“ hätten sie ein großes Verständnis: „Die tun sich damit am leichtesten! Die machen sowas alles mit“, bemerkte Gundekar Fürsich.

In diesem Geist sei auch das dreiteilige Leitbild der Gesellschaft „Persönlich, Lebensnah und Wertvoll“ entstanden: „Ein Großteil der Mitarbeiter kennt diese Wörter“, fügte Fürsich hinzu. An potentielle Mitarbeiter müsse klar die Frage gerichtet werden, ob das von ihnen mitgetragen werden könne. Eine Beteiligung am christlichen Profil der Caritas sei notwendig. DT/jmo

Info: 103. Katholikentag

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