Papst Franziskus: Gewalt im Namen Gottes ist ein Verbrechen

„Wir müssen unablässig zeigen, dass jedes menschliche Leben heilig ist.“

Papst Franziskus hat Gewalt im Namen der Religion abermals scharf verurteilt und religiöse Führer zum gemeinsamen Eintreten gegen dieses Übel aufgerufen. Der Name Gottes dürfe niemals zur Rechtfertigung von Tötungen, Massenmord, Versklavung, Ausbeutung und Unterdrückung missbraucht werden, sagte er am Freitag im Vatikan vor den Teilnehmern einer Konferenz gegen Gewalt im Namen des Glaubens.

Alle religiösen Führer seien aufgerufen, solche Verbrechen zu demaskieren, betonte der Papst. "Wir müssen unablässig zeigen, dass jedes menschliche Leben heilig ist, dass es Respekt verdient, Wertschätzung, Mitgefühl und Solidarität unabhängig von Ethnie, Religion, Kultur oder ideologischen und politischen Überzeugungen."

Ausdrücklich verwies der Papst auch auf seine Rede vor einer internationalen Friedenskonferenz an der islamischen Kairoer Al-Azhar-Universität im April 2017. Darin hatte Franziskus Gewalt als das Gegenteil jeder religiösen Überzeugung gebrandmarkt und die versammelten religiösen Führer aufgefordert, die Verletzung von Menschenrechten im Namen Gottes klar zu verurteilen.

Zudem hatte er an die Bedeutung des Dialogs erinnert: "Gerade im Bereich des Dialogs, vor allem des interreligiösen Dialogs, sind wir immer aufgerufen, gemeinsam zu gehen in der Überzeugung, dass die Zukunft aller auch von der Begegnung der Religionen und Kulturen abhängig ist. In diesem Sinn gibt uns die Arbeit des Gemischten Komitees für den Dialog zwischen dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog und dem Komitee von Al-Azhar für den Dialog ein konkretes und ermutigendes Beispiel. Drei grundlegende Ausrichtungen können, wenn sie gut miteinander verbunden werden, für den Dialog hilfreich sein: die Verpflichtung zur Wahrung der Identität, der Mut zur Andersheit und die Aufrichtigkeit der Absichten. Verpflichtung zur Wahrung der Identität, weil ein echter Dialog nicht auf der Basis von Zweideutigkeiten oder der Preisgabe des Guten geführt werden kann, um dem anderen zu gefallen; Mut zur Andersheit, weil derjenige, der sich – kulturell oder religiös – von mir unterscheidet, nicht als Feind angesehen und behandelt werden darf, sondern als Weggefährte aufgenommen werden soll in der echten Überzeugung, dass das Wohl eines jeden im Wohl aller besteht; die Aufrichtigkeit der Absichten, weil der Dialog als authentischer Ausdruck des Humanen nicht eine Strategie ist, um Hintergedanken zu verwirklichen, sondern ein Weg der Wahrheit, und diesen geduldig zu gehen lohnt sich, um Konkurrenz in Zusammenarbeit zu verwandeln."

KNA /  jbj

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