Nigeria: Bischöfe fordern Rücktritt des Präsidenten

Da der Präsident die Sicherheit des Landes nicht garantieren könne, habe er das Vertrauen der Bürger verloren, meinen die nigerianischen Bischöfe nach dem jünsten Anschlag auf eine katholische Kirche mit mehr als 15 Toten.
Muhammadu Buhari
Foto: Rainer Jensen (dpa) | Ist von den nigerianischen Bischöfen zum Rücktritt aufgerufen worden: Staatspräsident Muhammadu Buhari.

Die nigerianischen Bischöfe fordern den Rückritt von Präsident Muhammadu Buhari. „Es ist an der Zeit, dass der Präsident sich dazu entscheidet, ehrenhaft zurückzutreten und damit die Nation vor dem völligen Zusammenbruch zu bewahren“, so die Bischöfe in einer nach dem Massaker vom 24. April im Dorf Mbalom veröffentlichten Erklärung. Bei dem Anschlag waren die beiden Priester Joseph Gor und Felix Tyloha zusammen mit 15 Gemeindemitgliedern getötet worden.

Die nigerianischen Bischöfe, die sich derzeit zum Ad-limina-Besuch in Rom aufhalten, äußertn sich nach dem Massaker erschüttert. „Diese unschuldigen Gläubigen wurden von einer bösen und unmenschlichen Terrorgruppe getötet; diese Terroristen verwandelten den Middle Belt und andere Gebiete in Nigeria in einen riesigen Friedhof“.

Zudem wirft die Nigerianische Bischofskonferenz der Regierung und ihren Sicherheitsbehörden Versagen vor. „Wie ist es möglich, dass sich die Bundesregierung zurückzieht und Sicherheitskräfte vor Ort das Schreien und Klagen wehrloser Bürgerinnen und Bürger absichtlich nicht hören?“ Seit zwei Jahren bitte die Bischofskonferenz zusammen mit vielen anderen Nigerianern guten Willens den Präsidenten immer wieder um eine Reform der Sicherheitsbehörden, heißt es in der Erklärung. Anfang Februar hatte eine Delegation der Bischöfe den Präsidenten besucht und auf die prekäre Sicherheitslage hingewiesen. Seither hätten das Blutbad und die Zerstörung von Häusern und Dörfern zugenommen. „Als Christen fühlen wir uns betrogen von einem Land, für das wir weiterhin beten und für das wir uns opfern“, so die Bischöfe. „Da der Präsident die Sicherheit des Landes nicht garantieren kann, hat er das Vertrauen der Bürger verloren.“

DT/fides

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