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„Joseph Ratzinger war der Vorreiter“

Zisterzienser-Abt Maximilian Heim würdigt die Rolle Benedikts XVI. beim Kampf gegen den Missbrauch und dessen Vertuschung.
Benedikt XVI.  - Szene aus dem Film „Verteidiger des Glaubens“.
Foto: Realfiction | Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Kardinal Joseph Ratzinger das Thema Missbrauch den Bischöfen entzogen, „um Missbrauch vor Ort effektiver zu bekämpfen und ortskirchliche Vertuschungen zu vermeiden“, so Heim.

Benedikt XVI. müsse sich „in seinem Heimatland vor offensichtlich nicht wohlwollenden Kommentatoren für den Missbrauch entschuldigen, für dessen Aufklärung er sich Zeit seines Lebens intensiv eingesetzt hat“, kommentiert der Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, Maximilian Heim, die aktuellen Diskussionen um das Münchner Gutachten und die Rolle von Benedikt XVI. Die Debatte sei „durch zahlreiche ungewöhnlich scharfe Kommentare befeuert worden“, deren Einseitigkeit befremdend sei.

Benedikt hat den Perspektivenwechsel eingeleitet

Er selbst habe Joseph Ratzinger stets als „sehr demütigen und herzlichen, gläubigen Menschen erlebt“, so Abt Maximilian Heim, der dem Jüngeren Ratzinger-Schülerkreis angehört und 2011 den ersten Ratzinger-Preis, vielfach auch als „Nobelpreis der Theologie“ bezeichnet, erhielt. Wörtlich schreibt der Abt: „Viele haben sich auf Joseph Ratzinger in ‚sprungbereiter Feindseligkeit‘ regelmäßig eingeschossen, um auf diese Weise ein von ihm vertretenes Kirchenbild zu diskreditieren.“

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Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Kardinal Joseph Ratzinger das Thema Missbrauch den Bischöfen entzogen, „um Missbrauch vor Ort effektiver zu bekämpfen und ortskirchliche Vertuschungen zu vermeiden“. Er sei „der Vorreiter“ gewesen, „der sich für kirchenrechtliche Möglichkeiten ein- und diese dann auch durchsetzte, Priester wegen des sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand zu entlassen“. 

Als Papst habe er 2010 „den längst fälligen Perspektivenwechsel eingeleitet, dass nicht die straffälligen Priester zu schützen sind, sondern die Opfer im Mittelpunkt der Hilfe und Aufklärung stehen müssen“, so Abt Maximilian Heim. Dass manche dem emeritierten Papst nun unterstellen, dieses Thema verdrängt oder verleugnet zu haben, sei ihm unverständlich.  DT/sba

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