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Wenn die Synode ruft

Dass Rom das Herz der katholischen Weltkirche ist, war zuletzt beim Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zu erleben: Ende November 2015 von Papst Franziskus in Bangui, der Hauptstadt der von Kriegswirren gezeichneten Zentralafrikanischen Republik, eröffnet, prägte es dann 2016 das Leben rund um den Vatikan:

Die Straßen zwischen Tiber und Petersplatz ertranken nicht in einem Menschenmeer, wie das beim Tod von Johannes Paul II. der Fall gewesen war. Aber im Heiligen Jahr wurde die Via della Conciliazione endgültig für den Verkehr gesperrt, Heer und Polizei bezogen Stellung, täglich zogen Pilgerzüge hinauf zum Petersdom und regelmäßig fanden Großveranstaltungen statt.
2017 war dann ein ruhiges Jahr. Doch nun wird sich die Ewige Stadt erneut als Brennglas für die Zukunftsfragen der Kirche erweisen: Im Oktober 2018 findet die XV. Ordentliche Bischofssynode statt, in der es um die Jugend geht. Ziel sei es, so der Vatikan, die Jugend auf ihrem Weg zu begleiten und durch "Unterscheidung" mitzuhelfen, dass junge Gläubige ihre spezifische Berufung im Leben erkennen.
2019 steht dann ebenfalls im Oktober eine Sonder-Synode auf dem Programm, bei der es um Lateinamerika geht, aber der Papst doch nach Rom geladen hat. Das Gebiet des Regenwaldes steckt in der Krise, Umweltzerstörung und Armut belasten die dort lebenden Menschen und die Kirche will neue Wege in der Pastoral unter der indigenen Bevölkerung gehen. Vor allem Bischöfe aus den Ländern, die sich in das Amazonasbecken erstrecken, werden dann in der Synodenaula des Vatikans tagen. Jetzt schon besteht ein Rat mit achtzehn Mitgliedern, der die Versammlung gemeinsam mit dem vatikanischen Synodensekretariat vorbereiten soll. Zu ihm gehören der brasilianische Kardinal Claudio Hummes und der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler, früher Leiter des Amazonas-Bistums Xingu. Und spannend wird es auch. Der Vorschlag liegt auf dem Tisch, zur besseren pastoralen Begleitung der über das Amazonasbecken verstreuten Gemeinden "bewährte, ältere" Männer zu Priestern zu weihen. Für Zündstoff bei den Debatten in der Synodenaula ist also gesorgt.

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