Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Was Brexit und Krim-Konflikt verbindet

Alles ist möglich, nichts ist sicher: Chaos, Rechtsunsicherheit und drohende Konflikte an Europas Peripherie.
Konflikt zwischen Russland und der Ukraine
Foto: Mykola Lazarenko (Presidential Press Service) | Nachdem er die Krim 2014 völkerrechtswidrig annektiert hat, versucht der russische Präsident Putin jetzt – wider internationales und zwischenstaatliches Recht – die Kontrolle über das Asowsche Meer zu erringen.

Alles ist möglich, nichts ist sicher: Das ist in diesen Tagen die Gemeinsamkeit des Brexit und des eskalierenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Vom Atlantik bis zum Asowschen Meer dominieren Zukunftsängste und Fragezeichen: Keiner hat einen Plan, wenn die britische Premierministerin Theresa May am 11. Dezember im Unterhaus in London keine Mehrheit für den EU-Austrittsvertrag bekommt. Ob May dann bleibt oder zurücktritt: Großbritannien scheidet am 29. März 2019 aus der EU aus – schlimmstenfalls ohne Vertrag.

Scheitert May im Unterhaus, beginnt eine turbulente Epoche

Weil die EU nicht nur ein großer Markt, sondern auch eine Rechtsgemeinschaft ist, sollte der Vertrag zumindest ein wenig Rechtssicherheit bieten. Er sollte überdies den fragilen Frieden auf der irischen Insel sichern, indem er eine harte Grenze zwischen EU-Irland und dem britischen Nord-Irland verhindert. Scheitert May im Unterhaus, dann beginnt für die Insel eine turbulente Epoche der Rechtsunsicherheit und des politischen Chaos.

Der Diktator Putin destabilisiert die Ukraine weiter

Unsicherheit und Gefahr auch am östlichen Rand Europas: Russlands Präsident lässt im Schwarzen Meer die Muskeln spielen. Nachdem er die Krim 2014 völkerrechtswidrig annektiert hat, versucht er jetzt – wider internationales und zwischenstaatliches Recht – die Kontrolle über das Asowsche Meer zu erringen. Die Staatengemeinschaft muss hilflos zusehen, wie der russische Diktator die Ukraine weiter destabilisiert. Die Tatsache, dass Kriege in Europa wieder denkbar und als Mittel der Politik möglich sind, sollte die Granden Europas in Alarmbereitschaft versetzen.

DT/sb

Warum die Einheit der EU und der Frieden auf dem europäischen Kontinent überaus fragil sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 29. November 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

Themen & Autoren
Brexit Theresa May Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Der Labour-Premier stolperte nicht alleine über eigene Fehler, sondern auch über die Wirklichkeit eines in den Ruin getriebenen Landes.
22.06.2026, 14 Uhr
Stephan Baier
Die Außenpolitik des neuen Kanzlers Friedrich Merz zeigt: Deutschland ist zurück. Nun kommt es auch auf eine klare innenpolitische Linie an.
15.05.2025, 11 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser
Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Laienpredigt ist vom Vatikan nicht erlaubt. Wenn er davon erfahre, dass nicht geweihte Menschen predigten, werde er aber nicht disziplinarisch eingreifen, so der Mainzer Bischof.
11.08.2026, 06 Uhr
Meldung