NEW YORK / WASHINGTON

USA: 66 Kliniken bieten keine Abtreibungen mehr an

Denkfabrik der Abtreibungslobby rechnet mit vielen weiteren binnen neun Monaten.
Oberstes US-Gericht
Foto: Jose Luis Magana (FR159526 AP) | Nachdem das Oberste Gericht der USA Roe vs. Wade gekippt hat, bieten immer mehr Abtreibungskliniken keine Abtreibungen mehr an.

Rund 100 Tage nachdem der US-Supreme Court das Urteil Roe vs. Wade aufgehoben hat, bieten 66 vormalige US-Abtreibungskliniken keine vorgeburtlichen Kindstötungen mehr an. Das meldete gestern das Guttmacher-Institute, eine der großen Denkfabriken der Abtreibungslobby in den USA. Während 40 Kliniken nun andere Dienste anböten, hätten 26 ganz geschlossen.

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Insgesamt werden laut dem Guttmacher-Institute damit in 14 US-Bundesstaaten mittlerweile keine Abtreibungen mehr angeboten. Dies gelte für die Bundesstaaten Alabama, Arizona, Arkansas, Idaho, Kentucky, Louisiana, Mississippi, Missouri, Oklahoma, South Dakota, Tennessee, Texas, West Virgina und Wisconsin. In Jahr 2020 seien in diesen Bundesstaaten insgesamt rund 125.780 vorgeburtliche Kindstötungen durchgeführt worden.

Guttmacher-Institute rechnet mit bis 12 weiteren US-Bundesstaaten

Das Guttmacher-Institute geht davon aus, dass innerhalb der kommenden neun Monate bis zu 12 weiteren US-Bundesstaaten die Vornahme von Abtreibungen auf ihrem Territorium verbieten werden. Das „Guttmacher-Institute“ wurde 1968 von der „Planned Parenthood Federation of America“ (PPFA) zunächst als „Center for Family Planning Programm Development“ gegründet und später umbenannt. In seinen Büros in New York und Washington beschäftigt es mehr als 100 Mitarbeiter und verfügt eigenen Angaben zufolge über ein Jahresbudget von 20 Millionen US-Dollar, das sich größtenteils aus Zuwendungen privater Stiftungen, Fördergeldern von Regierungsbehörden und multilateraler Organisationen sowie Spenden speist.

Benannt wurde das Institut nach dem US-amerikanischen Gynäkologen Dr. Alan Frank Guttmacher (1898-1974), der als 162 als PPFA-Direktor die Nachfolge der US-amerikanischen Krankenschwester und Eugenikerin Margaret Sanger (1872-1966) angetreten hatte. Sanger hatte 1921 die „American Birth Control League“ gegründet, die sich 1942 in „Planned Parenthood Federation of America“ umbenannte. DT/reh

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