CHISINAU

Moldau ist ein Land mit zwei Seelen

Die katholische Kirche Moldawiens stehe an der Seite des leidenden Volkes, sagt der Bischof von Chisinau, Anton Cosa, im Gespräch mit der „Tagespost“.
Anton Cosa
Foto: Benia/Wikimedia (CC-BY-SA-3.0) | Bischof Anton Cosa sieht Moldau als ein Land mit zwei Seelen.

Die Republik Moldau sei „ein Land mit zwei Seelen, einer europäischen und einer russischen, die friedlich und im Dialog nebeneinander existieren“, sagt der katholische Bischof des Landes, Anton Cosa. Im Interview mit der „Tagespost“ setzt der Bischof von Chisinau auf Frieden und Dialog: „Wir brauchen keine Kriege, sondern politische Stabilität, die durch Dialog erreicht werden muss.“

Lesen Sie auch:

Armut in Moldau

Er plädiert zugleich für einen Beitritt seiner Heimat zur Europäischen Union: „Es ist wichtig, dass die Verfahren für den Beitritt zur EU eingeleitet werden. Das braucht seine Zeit und wird der Republik Moldau mutige Entscheidungen abverlangen.“

Auch zur Lage in dem von Russland kontrollierten Landesteil Transnistrien nimmt der Bischof im „Tagespost“-Interview Stellung: Transnistrien stehe seit 30 Jahren unter russischem Einfluss, überall werde hier Russisch gesprochen. „Die Moldauer leiden unter der Armut. Die Ukrainer, die gezwungen sind, aus ihrem Land zu fliehen, und die Bewohner Transnistriens leiden unter der Ungewissheit der Zukunft“, sagt Bischof Cosa. „Wir, die katholische Kirche in Moldawien, müssen diesem leidenden Volk zur Seite stehen, Hoffnung geben und Nächstenliebe zeigen. Dies sind unsere Waffen.“

Katholische Minderheit

Weniger als ein Prozent der Bevölkerung machen die Katholiken in der Republik Moldau aus. Die meisten Gläubigen sind russischsprachig und haben polnische, ukrainische, weißrussische oder baltische Wurzeln. Es gibt aber auch Gläubige rumänischer oder russischer Herkunft. Die katholische Kirche engagiert sich für die hunderttausenden Flüchtlinge aus der Ukraine.

Auch auf dem Gebiet von Transnistrien bestehen sechs katholische Kirchengemeinden. „Neben den pastoralen Tätigkeiten in den Pfarreien widmen sich die Priester und Schwestern den Armen, den älteren Menschen und den Jugendlichen“ schildert Bischof Cosa die Lage. DT/sba

Lesen Sie das vollständige Interview mit dem katholischen Bischof Moldawiens am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

Weitere Artikel
Durch den Krieg in der Ukraine ist die Republik Moldau in den Blick der internationalen Politik geraten.
21.05.2022, 17  Uhr
Stephan Baier
Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine sieht deren Existenz durch den russischen Einmarsch bedroht. Die Kirche war zuletzt während der Sowjetunion verboten worden.
14.03.2022, 14  Uhr
Meldung
Themen & Autoren
Vorabmeldung Bischöfe Pfarreien Völker der Erde

Kirche

Dass der Supreme Court in den USA „Roe vs. Wade“ gekippt hat, war zweifelsfrei ein Sieg für den Lebensschutz.
05.07.2022, 07 Uhr
Rudolf Gehrig
Wer lernt, überlebt: Was die Kirche in Deutschland vom Weltfamilientreffen mitnehmen sollte.
02.07.2022, 07 Uhr
Franziska Harter
Forschungsprojekt bringt einen Fall aus dem Erzbistum Paderborn ans Licht. Nach Angaben des Erzbistums hat Becker, zu jener Zeit Personaldezernent, gemäß der damaligen Rechtslage gehandelt.
01.07.2022, 11 Uhr
Meldung
Eine persönliche Betrachtung zur Ausstellung der eucharistischen Wunder des seligen Carlo Acutis.
04.07.2022, 11 Uhr
Kerstin Goldschmidt