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Leos klare Worte

Auch wenn er oft Gegenakzente zum US-Präsidenten setzt, ein „Anti-Trump“ ist Papst Leo nicht. Zum Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit trifft er den richtigen Ton.
Papst Leo XIV. mit dem amerikanischen Vatikanbotschafter Brian Burch
Foto: IMAGO / ZUMA Press | Ganz ohne Heimatbezug ging es für Papst Leo dann doch nicht: Den Abend des 4. Juli verbrachte er mit dem amerikanischen Vatikanbotschafter Brian Burch und dessen Familie.

Zum Nationalfeiertag am 4. Juli fand der vielleicht berühmteste lebende US-Amerikaner die passenden Worte: Die Vereinigten Staaten müssten nicht durch vorübergehende Ziele geeint sein, „sondern durch Ideale, die mit dem Lauf der Zeit nicht verblassen“, erklärte Papst Leo XIV. in einer Grußbotschaft an seine Mitbürger. Dazu zählte er die Menschenwürde, die Religionsfreiheit und den Einsatz für die Verletzlichsten und Schutzbedürftigsten.

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Damit hob sich der Papst von den ideologisch gefärbten Auftritten des US-Präsidenten Donald Trump ab, der sich zum 250. Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit für seine Verhältnisse zwar rhetorisch zurückhielt, jedoch auf staatstragende Appelle an die gemeinsamen Werte und Tugenden des amerikanischen Volkes verzichtete.

Als US-Präsident zum „Anti-Leo“ zu werden, ist keine gute Strategie

Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Leo Gegenakzente zu Trump setzt. Ob in Sachen Migration, Krieg in Nahost oder zur Regulierung Künstlicher Intelligenz: Leo ist bislang um klare Worte nicht verlegen, auch auf die Gefahr hin, sich den Zorn seines Landsmannes im Weißen Haus einzuhandeln. Den ersten Amerikaner auf dem Stuhl Petri daher als „Anti-Trump“ zu bezeichnen, wie medial häufiger zu lesen ist, geht jedoch fehl. Derlei Framing spiegelt viel zu sehr Trumps Freund-Feind-Logik.  Leo sagt das, was er als Papst sagen muss. Mit seinen Appellen für den Frieden und gegen die religiöse Überhöhung amerikanischer Kriegsführung steht er ganz in der Kontinuität zu seinen Vorgängern. Trump fühlte sich davon provoziert. Doch dass es keine gute Strategie ist, als US-Präsident zum „Anti-Leo“ zu werden, dürften die vergangenen Monate gezeigt haben: Im Streit um den Iran-Krieg stand die amerikanische Öffentlichkeit mehrheitlich hinter Papst Leo. Ohnehin ist der Papst kein Politiker, leitend für ihn ist der Glaube der Kirche. Und der kennt kein Parteibuch. 

Dass Papst Leo am Unabhängigkeitstag die Mittelmeerinsel Lampedusa bereiste, die wie kaum ein zweiter Ort für das Schicksal Tausender ertrunkener Bootsmigranten steht, kann man natürlich als Wink in Richtung des Weißen Hauses deuten: Der Pontifex setzt andere Prioritäten als die Trump-Regierung mit ihrem strikten Kurs in der Einwanderungsfrage. Doch das wäre schon wieder eine politische Deutung. Dem Papst ist das Leid von Migranten, die ja auch die wechselvolle US-Geschichte prägten, wirklich ein Herzensanliegen – als Teil des Schutzes menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.

Ganz ohne Heimatbezug ging es für Papst Leo dann doch nicht: Den Abend des 4. Juli verbrachte er mit dem amerikanischen Vatikanbotschafter Brian Burch und dessen Familie. Zwar nicht bei Grillwurst, Bier und opulentem Feuerwerk, wie in den Staaten üblich. Dafür immerhin mit selbst gebackenem Apfelkuchen aus dem Hause des Botschafters.

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