Würzburg

Kommentar um "5 vor 12": Hände waschen, Abstand halten und beten

Was das Corona-Virus angeht, sind Katholiken gut beraten, sich an die Anweisungen der staatlichen Gesundheitsexperten zu halten. Den Helden oder Märtyrer zu spielen, verbietet sich.
Touristen gehen mit Mundschutz am Kolosseum vorbei.
Foto: Andrew Medichini (AP) | Man sollte nicht den Kopf schütteln, dass die italienische Bischofskonferenz auf Wunsch der Regierung sämtliche Gottesdienste bis Anfang April abgesagt hat. Im Bild: Touristen gehen mit Mundschutz am Kolosseum vorbei.

Wie gefährlich ist das Corona-Virus? Diese Frage beschäftigt inzwischen nicht nur die Wissenschaftler und Virologen, sondern Politiker, Journalisten, Menschen wie Du und ich. Und natürlich auch Katholiken. Was die Antwort so schwierig, wenn nicht unmöglich macht: Niemand kennt die genaue Mortalitätsrate. Sie dürfte von Land zu Land auch verschieden sein, weil es Unterschiede bei den medizinischen Versorgungsmöglichkeiten und bei der Altersstruktur gibt. Terra inkognita also, weshalb auch Katholiken gut beraten sind, sich an die Anweisungen der staatlichen Gesundheitsexperten zu halten. Den Helden oder Märtyrer zu spielen, verbietet sich.

Schutz des menschlichen Lebens hat Priorität

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Insofern sollte man auch nicht den Kopf schütteln, dass die italienische Bischofskonferenz auf Wunsch der Regierung sämtliche Gottesdienste bis Anfang April abgesagt hat. Der Schutz des menschlichen Lebens hat Priorität. Auch im Vatikan, wo die Sixtinische Kapelle geschlossen und Versammlungen abgesagt wurden, sieht man das so. Und überhaupt: Was für ein Zeugnis wäre es, wenn Katholiken durch ihre Glaubenspraxis zur gesellschaftlichen Destabilisierung beitrügen?       

Bis auf weiteres bleiben diese drei: Hände waschen, Abstand halten und beten – das ist noch kein Zeichen von Unglaube, sondern von Besonnenheit, Menschenliebe und Vernunft.

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