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Indien: Mutter-Teresa-Orden unter Verdacht von Kinderhandel

Die von der heiligen Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ sehen sich dem Vorwurf des Kinderhandels ausgesetzt. Die Regierung lässt alle Kinderheime des Ordens überprüfen. Die Generaloberin weist die Vorwürfe zurück.
Von Mutter Teresa gegründeter Orden unter Verdacht des Kinderhandels
Foto: Piyal Adhikary (EPA) | Die indische Regierung hat alle Bundesstaaten dazu aufgefordert, die Kinderheime der von der heiligen Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ zu überprüfen.

Die indische Regierung hat alle Bundesstaaten dazu aufgefordert, die Kinderheime der von der heiligen Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ zu überprüfen. Der Grund für die Anweisung sind Vorwürfe, der Orden könnte in den Handel mit Kindern verwickelt sein, wie indische Medien berichten.

"Offen für freie und faire Untersuchung"

Bereits Anfang Juli war eine Ordensfrau und eine Mitarbeiterin eines Heimes für ledige schwangere Frauen in der Stadt Ranchi verhaftet worden. Ihnen war vorgeworfen worden, Babys an adoptionswillige Paare zu verkaufen. „Wir kooperieren uneingeschränkt mit den Ermittlern und sind offen für freie, faire und gerechte Untersuchungen“, erklärte Schwester Mary Prema Pierick, Generaloberin der Missionarinnen, in einer Stellungnahme.

Die Generaloberin wies jedoch zugleich darauf hin, dass Falschmeldungen und haltlose Anschuldigungen gegen den Orden verbreitet würden. „Wir legen unser vollstes Vertrauen in den juristischen Prozess, wollen aber gleichzeitig unser Bedauern und unserer Besorgnis über das Geschehen zum Ausdruck bringen“, so Schwester Mary. Die Taten der beiden verhafteten Ordensmitglieder verurteilt die Generaloberin, sie sieht diese jedoch als Einzelfälle an, „die nichts mit dem Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe“ zu tun hätten.

Viele sehen Verfahren als Teil antichristlicher Kampagne

Auch der Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz Indiens, Bischof Theodore Mascarenhas, wies die Vorwürfe gegen den Orden zurück. Er sprach sogar davon, dass das Geständnis der beschuldigten Ordensschwester erzwungen worden sei. Der Justiz war Mascarenhas vor, den Anwälten der Beschuldigten die Akteneinsicht zu verwehren.

In Indien sehen viele das Verfahren als Teil einer antichristlichen Kampagne von Hindunationalisten. Mamata Banerjee, die Regierungschefin des Bundesstaates Westbengalen, beschuldigte die hindunationalistische Regierungspartei BJP, eine „bösartige Kampagne“ zur Beschmutzung des Ordensnamens zu verfolgen. Den Ordnen der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ hatte Mutter Teresa im Jahr 1950 in Kalkutta, der Hauptstadt Westbengalens, gegründet.

DT/mlu

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