Nun hat auch das Vereinigte Königreich der Niederlande einen prominenten Leihmutterschaftsfall. Via Instagram gaben gestern der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten und sein Verlobter Nicolás Keenan, ein argentinischer Hockey-Nationalspieler, bekannt, dass sie ein Kind von einer Leihmutter erwarten. Auf dem Social-Media-Kanal posieren beide mit einem Ultraschallbild. Dazu schrieben sie unter anderem: „Jemand ganz Besonderes ist auf dem Weg. Wir sehen uns 2027, Kleines.“
Wie die Partei des Regierungschefs, die linksliberale Partei Democraten 66 (D66), in einer Mitteilung betonte, gehe es dabei nicht um kommerzielle Leihmutterschaft. Die ist in den Niederlanden nämlich verboten. Weiter heißt es, sowohl die Leihmutter als auch die Eizellspenderin seien „persönliche Bekannte von Jetten und Keenan“.
Leihmutterschaft setzt Kinder gesundheitlichen Risiken aus – vor und nach der Geburt
Macht es das besser? Aus Sicht der katholischen Kirche jedenfalls nicht. Der kirchlichen Lehre zufolge ist Leihmutterschaft nicht nur dort ein Übel, wo sie gegen Bezahlung erfolgt. Leihmutterschaft ist vielmehr immer von Übel. Oder um es mit den Worten von Papst Leo XIV. zu sagen: Leihmutterschaft verletzt „durch die Umwandlung der Schwangerschaft in eine verhandelbare Dienstleistung sowohl die Würde des zu einem ,Produkt‘ reduzierten Kindes als auch der Mutter, indem sie deren Leib und den Prozess der Fortpflanzung instrumentalisiert und das ursprüngliche Beziehungsgefüge der Familie entstellt“.
Zudem setzt Leihmutterschaft Kinder, die auf diese Weise gezeugt werden, vor und nach der Geburt zahlreichen physischen und psychischen Gefährdungen aus. Gesundheitliche Risiken, die die einer normalen Schwangerschaft weit übersteigen und die sich deshalb ethisch auch nicht mit dem nachvollziehbaren Kinderwunsch der Wunscheltern rechtfertigen lassen.
Barmherzigkeit und Takt statt hasserfüllter Anfeindungen
Wie schon in dem etwas anders gelagerten Fall von Jens Spahn, der das Verbot der Leihmutterschaft im Ausland umging, entschuldigt nichts von alledem persönliche Anfeindungen und hasserfüllte Posts, die Jetten und Keenan offenbar auch erhalten. Gerade Christen sollten das wissen. Der Christ ist allein gehalten, die Sünde abzulehnen. Den Sündern hingegen, unter die er sich immer auch selbst rechnen muss, soll er mit Barmherzigkeit und Takt begegnen. Und nur wo das geschieht, folgen Christen ihrem Herrn und Meister auch tatsächlich nach.
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