Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Wegen Modi-Kritik

BBC-Büros nach Dokumentation durchsucht

Nach der Veröffentlichung einer Modi-kritischen BBC-Dokumentation hat die indische Finanzbehörde Razzien in indischen BBC-Büros durchgeführt. 
Sicherheitspersonal bei Durchsuchungen der BBC-Büros in Mumbai.
Foto: IMAGO/Indranil Aditya (www.imago-images.de) | Sicherheitspersonal bei Durchsuchungen der BBC-Büros in Mumbai.

Die Büros des britischen Senders BBC in Neu Delhi und Mumbai sind Ziel von Razzien der indischen Finanzbehörde geworden. Die Durchsuchungen folgen auf die Veröffentlichung einer Modi-kritischen Dokumentation der BBC. Die BBC gab in einer Pressemitteilung bekannt, mit den indischen Behörden zu kooperieren und hoffe, dass die Situation schnell gelöst werden könne.

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Der Generalsekretär der Oppositionspartei, KC Venugopal, kritisierte die Razzien auf Twitter. Sie zeigten, dass die Regierung des Premierministers Narendra Modis sich vor Kritik fürchte. „Wir verurteilen diese Einschüchterungstaktiken aufs Schärfste. Diese undemokratische und diktatorische Haltung muss sich ändern.“ Der Sprecher der Regierungspartei BJP, Gaurav Bhatia, verteidigte die Durchsuchungen. Er bezeichnete die BBC als „korrupteste Korporation“ und die Arbeit des Senders als „anti-indische Propaganda“. Indien gebe jeder Organisation eine Chance, „solange sie kein Gift versprüht“, so Bhatia. Menschenrechtsorganisationen wie „Amnesty International“ und die „Editors Guild of India“ verurteilten die Durchsuchungen.

Modi habe ein „Klima der Straflosigkeit“ geschaffen

Die BBC hatte vor kurzem eine Dokumentation veröffentlicht, die die Rolle von Indiens Premierminister Narendra Modi bei muslimfeindlichen Ausschreitungen vor 20 Jahren kritisch beleuchtet. Grundlage der Dokumentation war ein bislang unveröffentlichter Bericht zu den Ausschreitungen, bei denen im indischen Bundesstaat Gujarat über 1.000 Muslime ums Leben gekommen waren. Der Bericht wies Modi, damaliger Regierungschef von Gujarat, eine direkte Verantwortung für die Gewalttaten zu.  Er habe zu einem „Klima der Straflosigkeit“ beigetragen, das die Ausschreitungen ermöglicht hätte. Im letzten Monat hatte die Polizei in Delhi Studenten festgenommen, die sich versammelt hatten, um die Dokumentation anzuschauen. Die Regierung hatte die Dokumentation nach der Veröffentlichung als „anti-indischen Müll“ mit „kolonialistischem Mindset“ bezeichnet.

Die Regierungspartei BJP steht unter dem Einfluss einer extremistischen hinduistischen Bewegung, Hindutva. Christen wie Muslime üben für sie „ausländische Religionen“ aus und sind deshalb unter Modi durch Hass und Gewalt gefährdet. DT/sdu

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