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Auf den Notfall vorbereitet sein

Anschläge auf die Infrastruktur sollen Angst verbreiten und die Gesellschaft polarisieren, schreibt der Experte für Blackout-und Krisenvorsorge Herbert Saurugg in einem Gastbeitrag.
Anschlag auf Umspannwerk bei Bergheim
Foto: IMAGO/Christoph Hardt (www.imago-images.de) | Die Strominfrastruktur wird immer komplexer und vernetzter. Gleichzeitig steigt die Bedrohungslage, sodass sie anfälliger für Kaskadeneffekte und großflächige Ausfälle wird.

Die jüngsten Anschlagsversuche auf wichtige Einrichtungen der Stromversorgung sind glücklicherweise glimpflich ausgegangen. Sie zeigen jedoch eine beunruhigende Entwicklung: Unsere lebenswichtigen Infrastrukturen werden zum Angriffsziel, unabhängig von Motiven, die politisch, militärisch oder ideologisch sein können. Dabei liegt die wirkliche Gefahr nicht bei möglichen technischen Schäden, sondern in der beabsichtigten Verunsicherung. Denn das Ziel solcher Akte ist es, Angst zu verbreiten, das Vertrauen in die Versorgungssicherheit und in staatliche Strukturen zu zerstören sowie die Gesellschaft zu polarisieren.

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Wer mit Angst oder Überreaktion reagiert, trägt genau zu diesem Ziel bei. Die zentrale Frage lautet daher nicht „Wie können wir das verhindern?“, sondern „Wie gehen wir damit um, wenn es doch passiert?“ Denn es wird nie eine hundertprozentige Sicherheit geben. Und gerade politischer Aktionismus ist jetzt gefährlicher als eine sachliche Debatte über die erforderliche Vorsorge.

Als Bevölkerung oft schlecht vorbereitet

Die Strominfrastruktur wird immer komplexer und vernetzter. Gleichzeitig steigt die Bedrohungslage, sodass sie anfälliger für Kaskadeneffekte und großflächige Ausfälle wird. Gleichzeitig sind wir als Bevölkerung häufig schlecht vorbereitet, um mit größeren und länger andauernden Versorgungsunterbrechungen jeglicher Art umgehen zu können.

Dabei kann man mit wenig Aufwand seine Selbstwirksamkeit rasch erhöhen: Trinkwasser für mehrere Tage, Medikamente und Erste-Hilfe-Ausrüstung sowie länger haltbare Lebensmittel, um sich zumindest 14 Tage mit dem Nötigsten selbst versorgen zu können, würden schon eine stabile Basis schaffen, um mit Überraschungen umgehen zu können.

Es braucht daher nicht nur einen besseren Schutz der Infrastruktur, sondern vielmehr eine Bevölkerung, die weiß, wie sie im Ernstfall handlungsfähig bleibt. Vorsorge ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern von Verantwortung. Letztlich liegt es an uns, ob wir das Ziel der Täter unterstützen – oder ob wir zeigen, dass Resilienz stärker ist als Angst.


Der Autor ist internationaler Experte für Blackout-und Krisenvorsorge.Der ehemalige österreichische Berufsoffizier ist zudem Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge.

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Herbert Saurugg

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