Amnesty: Abtreibung soll Menschenrecht sein

Die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" hat eine neue Strategie beschlossen, um Millionen von Menschen den Zugang zu Abtreibungen zu erleichtern.
Proteste in Spanien gegen eine Reform des Abtreibungsgesetzes
Foto: Alberto Martin (EFE) | Im Ramen der von "Amnesty International" initiierten Kampagne "Mein Körper, meine Rechte" demonstrieren Frauen in Spanien für den uneingeschränkten Zugang zu Abtreibungen.

Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ will sich künftig noch stärker als bisher für die Etablierung eines Menschenrechts auf Abtreibung einsetzen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Organisation aus der vergangenen Woche hervor. „Wir wollen sicherstellen, dass wir gut aufgestellt sind, um für die Menschenrechte von Millionen Menschen zu kämpfen, die davon betroffen sind, wie Regierungen Abtreibungen kriminalisieren oder den Zugang zu ihnen einschränken“, erklärte Tawanda Mutasah, Senior Direktor Recht und Politik der Organisation.

Anfang Juli hatten sich Amnesty-Delegierte aus der ganzen Welt in Warschau zu ihrer Generalversammlung getroffen und die Ausarbeitung einer neuen Strategie beschlossen. Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, solle der „neue Ansatz“ die derzeitige Haltung von Amnesty ersetzen, die 2007 verabschiedet worden sei und die Entkriminalisierung von Abtreibungen und den Zugang zu Abtreibung in begrenzten Fällen gefordert habe. Nun heißt es, Regierungen benötigten einen „weitaus mitfühlenderen Ansatz, um die Rechte von Menschen zu schützen, die am meisten gefährdet sind“.

"Abtreibungen entkriminalisieren"

Wie Mutasah ausführte, hätten sich die Delegierten dafür ausgesprochen, Staaten aufzufordern, „Abtreibungen nicht nur zu entkriminalisieren, sondern den Zugang zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen in einer umfassenden Weise zu gewährleisten, die die Rechte von allen Frauen, Mädchen und Personen, die schwanger werden können, respektiert.“ Mutasah kündigte die Erarbeitung „detaillierter Richtlinien“ an. Die Organisation ist 1961 von dem zum katholischen Glauben konvertierten britischen Anwalt Peter Benenson gegründet worden.

DT/reh

Mehr dazu finden Sie in der aktullen Ausgabe der "Tagespost" vom 19. Juli.

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