In einem zunehmend emotionalisierten Diskurs, in dem die virtuelle Stichwortsuche längst als einem Hochschulabschluss gleichwertig gilt, hat sich ein Feindbild herausgeschält: der Experte. Experten sind in diesem Umfeld entweder inkompetent oder korrupt, also: blöd oder böse. Das heißt: Die Experten, die dem eigenen Wunschdenken widersprechen. Die es hingegen bestätigen, das sind die „echten“ Experten, die es im höchst subjektiven Darwinismus wissenschaftlicher oder politischer Ideen durch Passgenauigkeit geschafft haben, in der Wahrnehmung der oder des Betreffenden zu überleben. Diese selektive Wahrnehmung wird durch die je eigenen Experten zur universalen Wahrheit aufgebläht. Die anderen Experten liegen dann eben falsch.
Feindbild Experte?
Beim Fußball stehen sie am Spielfeldrand, in politischen Krisen schaltet man sie zu, wenn es ganz schlimm kommt, übernehmen sie die Regierung: Experten. Warum wir sie trotzdem brauchen.
