Emma ist im Garten bei ihren Großeltern. Sie hat Gänseblümchen gepflückt und läuft zu Oma: „Schau, Oma, es ist für dich!“ „Oh, danke, Emma, sie sind sehr schön“, freut sich Oma, „die Natur ist wunderbar, man kann Gott wirklich dafür danken“… „und loben“, fügt Opa hinzu, „am Sonntag hören wir, wie Jesus auch seinen Vater lobt.“
Da hört man Schritte und ein lautes Rufen: „Wartet auf mich! Ich habe euch gehört und bringe die Bibel mit!“
„Prima, Jonas“, antwortet Opa und liest den ersten Satz vor: „Jesus sagt: ‚Ich preise dich, Vater, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.‘“ Opa kann nicht weiterlesen, denn Jonas und Emma überfallen ihn mit Fragen: „Was ist verborgen?“ fragt Emma. „Ist es verborgen oder offenbart? Ich habe beides gehört“, ruft Jonas, „unmündig? Heißt es, keinen Mund zu haben? Das gibt’s doch nicht!“
„Nur mit der Ruhe“, lacht Opa, „ich erkläre es euch. Jesus unterscheidet zwischen den Leuten: Zuerst die Klugen, die Weisen, die Besserwisser könnte man sagen, zur Zeit Jesu sind es die Pharisäer. Weil sie eingebildet sind, verschließen sie sich der Botschaft Jesu. Das Reich Gottes bleibt ihnen verborgen. Danach spricht Jesus von den Unmündigen. Sie haben einen Mund, aber sie sind klein und können nicht sprechen.“
„Wie Babys!“ meint Emma, „sie sind süß, schauen dich an und lächeln.“ „Ja“, sagt Opa, „sie vertrauen und glauben dir, so sind die Kinder, die Kleinen, auch die einfachen Leute. Jesus jubelt, wenn er sieht, wie alle, die noch ein Kinderherz haben, offen sind für das Reich Gottes und ihm vertrauen. Dann sagt Jesus: ‚Niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn.‘“
Jonas und Emma wundern sich: „Aber wir beten doch oft das Vaterunser und kennen unseren Vater im Himmel!“ Opa lächelt und beendet den Satz: „‚Nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.‘ Wer offen ist, wer an Jesus glaubt und ihn liebt, versteht die Botschaft Jesu. Er erfährt, dass Gott ein Vater ist und ihn liebt. Zum Schluss lädt Jesus alle ein, die schwere Lasten tragen, zu ihm zu kommen. Was können diese schweren Lasten sein?“
Die Kinder werden still und überlegen. Dann sagt Jonas: „Wenn der Papa arbeitslos ist oder wenn man keine Freunde hat, dann ist das schwer.“ Auch Emma fällt etwas ein: „Wenn jemand ins Krankenhaus muss, wie Opa vor kurzer Zeit, das ist eine Last.“ „Richtig“, antwortet Opa, „wenn man Schweres zu tragen hat, wenn man müde und beladen ist, soll man zu Jesus gehen. Er verschafft uns Ruhe. Er sagt es noch einmal: ‚Bei mir werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.‘“
„Man hat dann keine Sorgen mehr?“ staunt Emma. „Das hat Jesus nicht gesagt“, erwidert Opa, „aber wenn man seine Last mit Jesus trägt, ist es ganz anders. Jesus hilft uns, er trägt mit, und die Last wird leicht. Wie schön zu wissen, dass wir nie alleine sind!“
Die Autorinnen sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Wen lädt Jesus ein, zu ihm zu kommen? – Alle, die mühselig und beladen sind
Was findet man bei Jesus? – Ruhe für die Seele
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