Wahre Liebe ist anspruchsvoll. Treue kostet etwas, Vergebung kostet etwas. Keuschheit ebenso. Der „YOUCAT – Liebe für immer“, der diese Woche Papst Leo überreicht wurde, ist ein beeindruckendes Zeugnis dafür, dass das Evangelium auch heute noch jungen Leuten des 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Kulturen zugemutet werden kann. Und dafür, dass Synodalität tatsächlich funktionieren kann.
Bernhard Meuser, der YOUCAT-Initiator, erläuterte bei der Vorstellung der dritten Auflage des Buchs, das sich mit dem Thema Liebe im Licht des katholischen Glaubens auseinandersetzt, in Rom dessen Entstehungsgeschichte. Und davon könnte man sich dort eine Scheibe abschneiden, wo man meint, die Fragen, Zweifel und Kämpfe der Menschen von heute müssten dazu führen, den Wein des Evangeliums mit Wasser zu verdünnen oder gleich die kirchliche Lehre zu ändern.
Kirche am Puls der Zeit
Für den jahrelangen Vorbereitungsprozess des Buchs hätten junge Menschen aus 30 Ländern das „Liebe für immer“-Team aus jungen Leuten, Priestern, Psychologen und Eheberatern seit 2016 mit Fragen, Anregungen und Zeugnissen regelrecht überflutet, erklärte Meuser. Dies entspreche einem Impuls von Kardinal Schönborn: „Wenn man etwas für junge Menschen tun will, muss man es mit jungen Menschen tun.“
Im redaktionellen Prozess – der durch Zeiten für die heilige Messe und Anbetung auch sehr spirituell geprägt gewesen sei – habe es dann ein „heißes Ringen um jedes Wort, jede Nuance“ gegeben, so Meuser, „um diese feine Linie zwischen unverbrauchten, frischen Formulierungen und theologisch-ethischer Präzision zu finden.“ Und so gehörten zur „YOUCAT-DNA“ zwei Sätze, die sich überschneiden würden: „Junge Menschen sollen sagen können: ‚Das ist unser Buch‘. Und die Kirche soll sagen: ‚Das ist mein Buch‘.“
Genau so bleibt die Kirche am Puls der Zeit: indem sie die wirklichen Fragen der Menschen anhört, sie ernst nimmt, mit ihnen schwanger geht – und in einer Sprache, die heute verstanden wird, die Antwort des Evangeliums wagt. Wäre nicht alles, was hinter diesem Anspruch zurückbleibt, letztlich ein Misstrauen gegenüber jungen Leuten, aber auch gegenüber der christlichen Botschaft?
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