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Streifenhörnchen muss bleiben!

Bundestrainer Julian Nagelsmann ist für modebewusste Fußballfans Anschauungsmaterial par excellence. Was dessen Outfits mit Erich Honecker und Charlie Sheen zu tun haben.
FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2026, Gruppe E, Spiel 1, Deutschland vs. Curacao
Foto: IMAGO/Bahho Kara (www.imago-images.de) | Ein tollwütiges Streifenhörnchen tobt am Spielfeldrand: Julian Nagelsmann mag mit seiner eigenwilligen Garderobe und dem aggressiven Coaching persönlichen Anteil daran gehabt haben, dass die Männer aus Curaçao beim ...

Kleiner Mode-Rückblick auf die WM-Vorrunde: Ein tollwütiges Streifenhörnchen tobt am Spielfeldrand. Julian Nagelsmann mag mit seiner eigenwilligen Garderobe und dem aggressiven Coaching persönlichen Anteil daran gehabt haben, dass die Männer aus Curaçao beim WM-Auftakt früh der Mut verließ. Was, wenn der zubeißt? Bei Ungeimpften kann das tödlich enden.

Modebewusste Zuschauer erkannten zwar einen angesagten Retro-Look beim eigenwilligen Streifenhemd, die meisten erinnerten sich jedoch an die Garderobe der DDR-Opas vom Politbüro beim sommerlichen Wandlitz-Spaziergang, fehlte nur der helle Hut. Jüngere dagegen erkannten Charlie Sheens Bowling-Hemden wieder - aus der TV-Serie „Two and a Half Men“.

Ein Hemd als Geheimwaffe?

In der Halbzeit legte Nagelsmann dann das Marc-O’Polo-Streifenhemd (Kurzarm-Feinstrick für 170 Euro) mit dem beigen Honecker-Sakko ab und griff zum neutral-schwarzen T-Shirt, auch vom DFB-Fashion-Ausrüster Marc O’Polo. Das wiederum musste nach Spielende für die TV-Interviews einem schwarzen Adidas-Trikot weichen. Der Herzogenauracher Sportbekleider mit den drei Streifen ist zum letzten Mal Trikot-Ausstatter der Nationalmannschaft – und besteht bei Stadionauftritten des DFB-Kaders auf seiner Markenpräsenz.

Beim Spiel gegen „Les Éléphants“ von der Elfenbeinküste verzichtete Nagelsmann ganz auf das Streifenshirt und trat nur klassisch schwarz auf – ein Fehler? Denn Elefanten haben angeblich Angst vor Mäusen – und Streifenhörnchen sind doch auch Nager. Das nagetierische Honecker/Two-and-a-Half-Men-Hemd hätte möglicherweise als Geheimwaffe gewirkt. Die war dann Deniz Undav, auch gut.

Im letzten Spiel der Vorrunde geht es nun für Deutschland um fast nichts mehr, sieht man einmal ab von Nebensächlichkeiten wie „spielt Deniz Undav von Anfang an“ oder „darf Ersatztorhüter Baumann ran“. Gelegenheit also, wieder den Blick auf spannende Äußerlichkeiten zu lenken.

Spielt Neuer, so wird man an seinem linken Arm den „Legacy-Patch“-Aufnäher erkennen. Da der 40-Jährige seine fünfte Teilnahme bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde feiert, erhielt er von der FIFA dieses besondere Abzeichen. Neben Neuer tragen auch Torschützenkönig Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Mexikos Torwartlegende Guillermo Ochoa den „Legacy-Patch“.

Was wird aus Nagelsmanns Streifenhörnchenhemd?

Gegen Ecuador könnte diesmal Oliver Baumann zum Einsatz kommen, schließlich braucht auch der Edel-Ersatztorwart Spielpraxis. Mag Neuer auch als Stammkeeper „der Außerirdische“ sein – außerirdische Hände hat Baumann auch. Denn wer genau hinsieht, erkennt: An beiden Handschuhen hat er quasi nur vier Finger, Ringfinger und kleiner Finger sind miteinander verbunden. Irgendwann war er bei einem Spiel im Rasen hängen geblieben und hatte sich den Finger ausgerenkt: „Dadurch, dass in meinem rechten Torwart-Handschuh jetzt mein kleiner und mein Ringfinger in einem Fach stecken, habe ich mehr Stabilität und kann nicht mehr hängen bleiben. Im Prinzip ist mein Handschuh jetzt fast ein Fäustling."

Und was wird aus Nagelsmanns Streifenhörnchenhemd? Landet es frühzeitig im Altkleidercontainer, wäre das aus einem einzigen Grund doch schade, Honecker und Charlie Sheen hin oder her. Das Streifenhörnchen, amerikanisch „chipmunk“, bevölkert in 20 verschiedenen Arten den nordamerikanischen Kontinent. Von Kanada bis Mexiko belebt das tagaktive, quirlige Tier mit seinen Hamsterbacken Wälder und Prärie, Parks und Gärten.

Irgendwie gehört es deshalb auch ins WM-Fußballstadion bis zum Endspiel in New Jersey, prominent verkörpert durch den deutschen Bundestrainer im Streifenhörnchenhemd des oberbayerischen Labels Marc O’Polo.


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