Kultur und Lebensweisheit verdanken die Europäer vor allem den Mönchen. Unbeirrt hielten die Söhne und Töchter des heiligen Benedikt von Nursia in den Wirren der Zeit an ihrer Ordensregel fest und lebten den Menschen das gesunde Maßhalten vor. Denn mit den Mönchen kam vielerorts der Weinbau.
Eine praktische Konsequenz klösterlicher Lebenserfahrung findet sich in Kapitel 40 der Benediktsregel. Ein Hemina Wein wird jedem Mönch täglich zugestanden, das entspricht etwa einem Viertelliter.
Ein Gläschen Wein mindert das Diabetesrisiko
Völliger Alkoholverzicht um des Himmelreiches willen? Keine Option für weise Mönche. Und der heilige Benedikt hütete sich, einen solche mit Berufung auf das klösterliche Gehorsamsgelübde einzufordern. Denn die Mönche wurden alt und älter, der kluge Abt war gut beraten, in der Klostergemeinschaft nicht auf totale Abstinenz zu setzen.
Was Benedikt noch nicht wusste: Inzwischen bestätigen Wissenschaftler wie der Präventivmediziner und Internist Johannes Scholl den klaren Nutzen eines regelmäßigen, moderaten Weinkonsums. Vor allem der Prozess der Alterung der Schlagadern und das Risiko tödlicher Herzinfarkte sinken bei Menschen mittleren und höheren Alters nach einer Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA durch den täglichen Schoppen Wein.
Die „FAZ“ zitiert Scholl mit beeindruckenden Zahlen: Ein Viertel Wein täglich senkt die Rate von Herzinfarkt-Todesfällen um satte 22 Prozent und die Gesamttodesfallrate um 16 Prozent. Zudem vermindert das Gläschen Wein das Diabetesrisiko. Die weisen Mönche lagen richtig: Als katholischer Tradi lebt sich’s länger.
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