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Neue Führung für die „Tagespost“

Benjamin Leven wird Chefredakteur, Riccardo Wagner übernimmt die Geschäftsführung des Johann Wilhelm Naumann Verlags.
Riccardo Wagner und Benjamin Leven
Foto: DT | Benjamin Leven (rechts) und Riccardo Wagner (links) wollen die Weichen für die nächste Entwicklungsphase der „Tagespost“ stellen.

Zum 1. Juli 2026 stellt sich „Die Tagespost“ personell in der Führung neu auf. Benjamin Leven übernimmt die Chefredaktion der katholischen Wochenzeitung, Riccardo Wagner wird Geschäftsführer des Johann Wilhelm Naumann Verlags, in dem die Zeitung erscheint.

Franziska Harter, die das Amt der Chefredakteurin in 2025 übernommen hat, gibt die Redaktionsleitung nach ihrer Heirat und dem damit verbundenen Umzug nach Brüssel aus eigenem Wunsch ab, wird aber in der Redaktion nach einer mehrmonatigen Auszeit in leitender Verantwortung tätig bleiben. Der Verlag versteht dies auch als Ausdruck einer Unternehmenskultur, die dazu beiträgt, berufliches Engagement und familiäre Verantwortung persönlich flexibel ausgestalten zu können.

Von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen

Unter ihrer Führung hat die Zeitung weitere wichtige publizistische und digitale Entwicklungsschritte vollzogen, die konsequent weitergeführt werden sollen. Zu Jahresbeginn wurde Harter als Chefredakteurin von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen. Die Begegnung fand auch medial Beachtung und wurde als Zeichen der Aufmerksamkeit für weltkirchlich orientierte Stimmen aus Deutschland wahrgenommen.

Die bisherige Geschäftsführerin Barbara Sollfrank wird nach langjähriger Tätigkeit für den Verlag in den Ruhestand gehen und den Verlag weiter beratend unterstützen.

Leven und Wagner wollen die Weichen für die nächste Entwicklungsphase des Verlags stellen. „Wir sind überzeugt: Die wichtigen Themen der Gegenwart verlangen exklusive Recherchen und fundierte Analysen mit echtem Nutzwert für die Leser. Das gilt für Bioethik und Künstliche Intelligenz ebenso wie für Migration, Wirtschaft und soziale Verantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt oder das Verhältnis von Glauben und Moderne. Diese Themen wollen wir journalistisch exzellent aufbereiten und packend erzählen“, sagt der künftige Chefredakteur Benjamin Leven. „Wir wollen Debatten nicht nur führen, sondern auslösen.“ 

„Die Tagespost soll als ein führendes überregionales Qualitäts-Medium mit katholischem Profil bekannt werden. Keine klassische Kirchenzeitung, sondern eine attraktive und anspruchsvolle Wochenzeitung, die aktuelle Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur kritisch und aus klar christlicher Sicht begleitet. Zudem wird nach wie vor ein Fokus darauf liegen, die Schönheit des Glaubens in Kunst, Literatur und Philosophie erlebbar zu machen“, sagt der künftige Geschäftsführer Riccardo Wagner. „Eine prägnante publizistische Stimme wie die Tagespost ist gerade in einer pluralistischen Gesellschaft wichtig und notwendig. Ich bin mir sicher, dass es für ein unabhängiges katholisches Qualitätsmedium im deutschen Sprachraum eine wachsende Nachfrage gibt.“

Nachhaltige und digitale Wachstumsstrategie

Riccardo Wagner übernimmt die Geschäftsführung mit dem Anspruch, die publizistische Stärke der „Tagespost“ mit einer nachhaltigen und digitalen Wachstumsstrategie zu verbinden. Der Kommunikationswissenschaftler, Medienmanager und Hochschulprofessor verfügt über langjährige Erfahrung in Medien, Kommunikation, Marketing und Unternehmensführung. Unter seiner Leitung sollen journalistische Qualität, digitale Transformation, Nachwuchsförderung und Reichweitenwachstum vorangetrieben werden. Ziel ist es, die Bedeutung der „Tagespost“ als unabhängige katholische Stimme im deutschsprachigen Raum langfristig auszubauen und neue Generationen von Lesern zu erreichen.

„Mit Benjamin Leven gewinnt die Tagespost einen profilierten Journalisten, Theologen und ausgewiesenen Rom-Experten, der sich durch investigative Arbeit und analytische Schärfe einen hervorragenden Namen erarbeitet hat“, sagt Wagner. Leven studierte in Berlin, Utrecht und Rom katholische Theologie sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Als früherer Vatikankorrespondent und langjähriger Journalist bringt er besondere Erfahrung in der Berichterstattung über die Weltkirche und den Heiligen Stuhl mit.

Inhaltlich hat die Zeitung ihr Profil und ihre Expertise in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert. Dazu gehören zahlreiche profilierte Gastautoren und Kolumnisten ebenso wie der Ausbau der Multimediakompetenz, etwa durch reichweitenstarke Podcasts und Kooperationen mit anderen Medien, jüngst mit der „Jüdischen Allgemeinen“. Auch außerhalb kirchlicher Kreise findet dieser Ansatz zunehmend Beachtung. Der bisherige WELT-Herausgeber Ulf Poschardt bezeichnete die „Tagespost“ jüngst in einem Leitartikel als vorbildlich und „klug konservativ“. 

Jenseits des klassischen politischen Rechts-Links-Schemas

„In der Kommentierung bilden die katholische Soziallehre, das kirchliche Lehramt und die weltkirchliche Perspektive unser inhaltliches Fundament. Sie geben der Tagespost ein klares Profil jenseits des klassischen politischen Rechts-Links-Schemas“, erklärt Wagner.

Benjamin Leven sagt: „Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche und Polarisierung braucht es Journalismus, der keine Empörungsmaschine ist, sondern Inhalte bietet, die sich sachlich und fundiert mit gesellschaftlichen Herausforderungen befassen, ohne sich ideologischen Moden zu unterwerfen. Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet.“

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

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