Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Rom

Will der Synodale Weg eine Kirche ohne Bischöfe?

Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Kurienkardinal Kurt Koch, erinnert in der "Tagespost"-Beilage "welt&kirche" an die Berufung der Bischöfe, Zeugen des Glaubens zu sein.
Kardinal Kurt Koch ist ein Mann der vorsichtigen Formulierungen
Foto: Francesco Pistilli | Kardinal Koch ist ein Mann der vorsichtigen Formulierungen. Und einer der besten Prediger, die das deutschsprachige Rom zu bieten hat.

Der Synodale Weg widmet sich in seine Forum „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“ Fragen der Leitungsvollmacht und –kompetenz in der Kirche. Dabei wird das Amt in erster Linie funktional aufgefasst. Doch ist das mit Lehre und Tradition der Kirche vereinbar?

Wesensmerkmale nicht veränderbar

Kardinal Kurt Koch weißt in der „Tagespost“-Beilage „welt&kirche“ darauf hin, dass der Bischof in erster Linie Zeuge des apostolischen Glaubens ist, der durch personale Sukzession in der Nachfolge der Apostel steht. Der Bischof könne dieses Zeugnis auch nicht delegieren, vielmehr ist er berufen, mit seiner ganzen Person Zeuge zu sein. Ohne ihn als Apostelnachfolger höre die Kirche auf, apostolisch zu sein. Die Grundgegebenheiten der apostolischen Kirche seien daher auch heute für die Kirche wesentliches Erbe: sie dürfen nicht voneinander isoliert oder getrennt werden, denn sie sind bleibende Wesensmerkmale, mit denen sich die Kirche in apostolischer Zeit konstituiert hat.

Lesen Sie auch:

Dem Glauben verpflichtet

Aufgrund der engen Zusammengehörigkeit von Weitergabe des Wortes Gottes und personaler Zeugenschaft werde einsichtig, weshalb sich in der frühen Kirche die Überzeugung von der apostolischen Sukzession im Bischofsamt herausgebildet hat, das im Dienst der treuen Weitergabe des Wortes Gottes und der apostolischen Tradition steht. Mit dieser Verpflichtung lebe der Bischof auch heute, wie eine der zentralen Fragen dokumentiert, die dem Kandidaten vor seiner Bischofsweihe gestellt werden: „Bist du bereit, das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut, das immer und überall in der Kirche bewahrt wurde, rein und unverkürzt weiterzugeben?“ In dieser Frage leuchte der tiefste Grund auf, dass die Kirche ohne Apostelnachfolger nicht apostolisch sein könne, so der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates weiter. DT/ska

Lesen Sie den ganzen Beitrag des Kardinals in der kommenden "Tagespost"-Beilage "welt&kirche".

Themen & Autoren
Vorabmeldung Bischofsweihen Kurt Koch

Weitere Artikel

Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser
Nach den unerlaubten Bischofsweihen legt die Gemeinschaft fristgerecht Rechtsmittel gegen das Exkommunikationsdekret ein. Damit ist die verhängte Strafe vorerst ausgesetzt.
14.07.2026, 13 Uhr
Meldung

Kirche

Wilhelm II. besuchte 1898 Jerusalem. Was sich daraus über die religionspolitischen Ziele des Kaisers lernen lässt.
10.08.2026, 09 Uhr
Benjamin Hasselhorn
Die Ernennung des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, zum Mitglied der Apostolischen Signatur hat manchen erstaunt. Doch was ist diese Vatikanbehörde überhaupt?
06.08.2026, 12 Uhr
Guido Horst
Im Fall des Ex-Jesuiten Marko Ivan Rupnik dementiert der Vatikan Nachrichten über einen Freispruch. Eine Opferanwältin beklagt die Intransparenz des Verfahrens.
07.08.2026, 11 Uhr
Simon Kajan
Eduard Habsburg-Lothringen legt einen „Reiseführer für Neugierige“ zur Alten Messe vor. Ein persönlicher Zugang zur überlieferten Liturgie.
09.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig