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Trendbuch Bibel?

Im Vereinigten Königreich gehen die Verkaufszahlen der Heiligen Schrift durch die Decke – und das ausgerechnet bei der jungen Generation.
Junge Frau mit Bibel
Foto: via imago-images.de (www.imago-images.de) | So muss das: Junge Frau mit Bibel.

Dass es ausgerechnet die Bibel sein würde, die den Trend zum Nichtlesen stoppt, hätten auch die größten Optimisten unter den Christen im Vereinigten Königreich nicht zu prognostizieren gewagt. Aber genau dies ist passiert. Denn die Tatsache, dass die Menschen in Großbritannien immer weniger zu Büchern greifen und wenn sie es doch tun, Romane der Lektüre von Fachliteratur vorziehen, bezieht sich offenbar nicht auf diejenigen Zeitgenossen, die über eine ausgeprägte Spiritualität verfügen. Dazu zählen die jungen Menschen der sogenannten Gen Z, die zwischen 1997 und 2012 geboren sind und von denen sich gegenüber den Babyboomern circa doppelt so viele als sehr oder ziemlich spirituell und nur halb so viele als Atheisten bezeichnen.

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Das religiöse Interesse bezieht sich dabei durchaus auf die eigenen christlichen Wurzeln. Dies schließt die Lektüre und die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift sowie das Lesen von Büchern über christliche Spiritualität und Kompendien des Glaubenswissens offenbar ein. Die Bibelgesellschaft in England teilte mit, dass sich die Verkaufszahlen der 2018 edierten Gute Nachricht Bibel, einer Übersetzung in einfacher Sprache, die auch hierzulande zu erwerben ist, sich seit 2021 nahezu verdoppelt haben. Diese Übersetzung sowie die sogenannte New International Version sind die derzeit beliebtesten Ausgaben der Bibel, auf die die Menschen in England zugreifen – noch vor der einst dominierenden King-James-Bibel.

Kulturelle Wende in Sicht?

Mark Woods von der Bibelgesellschaft, die den Kundenkreis näher in den Blick genommen hat, berichtet, dass es zum einen auffällig viele junge Menschen sind, die sich die Heilige Schrift selbst kaufen, aber auch Eltern, die sie für ihre Kinder erwerben sowie Gemeinden, die sie für ihre Jugendgruppen anschaffen. Dass dies der Fall ist, bedeutet eine Abkehr vom sozialpädagogischen Ansatz der Gemeindearbeit hin zu einer mehr bibelorientierten Pastoral. „Auf welchem Weg auch immer, es gibt einen klaren Anstieg der Nachfrage“, so Wood. „Dies scheint von einer Wahrnehmung herzurühren, die davon ausgeht, dass die Bibel den jungen Menschen etwas Bedeutsames zu sagen hat und von einer Sehnsucht, Zugang zu dieser Botschaft zu gewinnen.“

Sam Richardson, der Direktor der Society for Promoting Christian Knowledge, der Gesellschaft zur Förderung christlichen Wissens (SPCK) , die sich auf unterschiedlichen Ebenen und mit verschiedenen Programmen um die Vermittlung des Glaubenswissens bemüht, bestätigt dies. Es sagt: „Wir befinden uns im Zentrum einer bedeutenden kulturellen Wende hinsichtlich des Glaubens und der Religion. Der Atheismus, einst von der modernen Gesellschaft als die am meisten rationale Sichtweise für Erwachsene eingeschätzt, scheint nicht länger dasselbe Gewicht zu haben oder dieselbe Anziehungskraft auszuüben“, so Richardson. „Junge Menschen – insbesondere der Generation Z – sind statistisch deutlich weniger geneigt, sich als Atheisten zu identifizieren als ihre Eltern.“ (DT/bst)

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