Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung München/Würzburg

Theologe wirft Synodalem Weg Anpassung an weltliches Denken vor

Der Münchner Pastoraltheologe Andreas Wollbold meint: „Es braucht Mut zum Anderssein“. Stattdessen herrsche viel zu viel Ängstlichkeit.
Synodalkonferenz in Ludwgishafen
Foto: Synodaler Weg/Klaus Landry | "Um attraktiv zu sein, braucht es den Mut zum Anderssein, zum Vordenken, zur kreativen Minderheit", meint der Pastoraltheologe Wollbold.

Der Münchner Pastoraltheologe Andreas Wollbold wirft dem Synodalen Weg Anpassung an weltliches Denken vor. Im Interview mit der „Tagespost“ (Donnerstagsausgabe) hält er das für den falschen Ansatz. „Um attraktiv zu sein, braucht es den Mut zum Anderssein, zum Vordenken, zur kreativen Minderheit. Das muss dann aber auch intelligent, witzig und kommunikativ vorgetragen werden“, so der an der Ludwig-Maximilians-Universität lehrende Geistliche.

Lesen Sie auch:

Der Glaube, die kostbare Perle in Händen zu halten

„Vor allem braucht es Selbstbewusstsein, den Glauben daran, dass wir die kostbare Perle in Händen halten. Wir allein!“ Stattdessen herrsche viel zu viel Ängstlichkeit. Fast betulich werde wieder und wieder Loyalität gegenüber dem beteuert, was heute so „in“ sei. „Dabei sind gerade die katholischen Alleinstellungsmerkmale wie Zölibat, Nein zum Frauenpriestertum und treue Ehe von Mann und Frau Pfunde, mit denen wir wuchern können.“

Der Zölibatetwa könne als Heilmittel gegen die Überbewertung der Sexualität, männliches Priestertum als Ausweg aus der Gleichmacherei der Geschlechter und Mann-Frau-Kinder als Zukunftssicherung gegen die globale Überalterung gedeutet werden, so der Dekan der katholisch-theologischen Fakultät.  DT/om

Was Professor Wollbold den deutschen Bischöfen zur Überwindung der Kirchenkrise rät, lesen Sie in der Pfingstausgabe der „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Pastoraltheologen Zölibat

Weitere Artikel

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz verteidigt in ihrem neuen Buch das christliche Menschenbild gegen Selbstermächtigung, Synodalismus und den Verlust des Heiligen.
31.05.2026, 11 Uhr
Magdalena Gmehling
Hut ab vor all jenen, die den Zölibat leben oder darum ehrlich ringen – trotz des Gegenwinds aus Kirche und Öffentlichkeit.
29.05.2026, 17 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Im spanischen Parlament nennt Leo XIV. den Frieden eine „moralische Notwendigkeit“. Die Bischöfe erinnert er daran, dass die Stärke der Kirche in der Heiligkeit ihrer Kinder liege.
08.06.2026, 13 Uhr
José García
Leo XIV. empfing eine rund 100-köpfige Delegation des Cartellverbandes (CV) zur Audienz. Dabei rief der Papst zum „christlichen Humanismus“ auf.
07.06.2026, 14 Uhr
Sebastian Zellner
Eines Tages wird Prinz William traditionsgemäß auch „Head“ der Anglikanischen Staatskirche werden. Lässt er sich vom Amtsverständnis seines Vaters inspirieren?
07.06.2026, 15 Uhr
Alexander Görlach
„kommt&seht“ zeigt, dass kirchliche Willkommenskultur nicht zu Lasten des Tiefgangs gehen muss – und füllt eine Leerstelle im deutschen Katholizismus. Luft nach oben bleibt dennoch.
07.06.2026, 11 Uhr
Regina Einig