Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Theologe Windisch verteidigt Aufruf zum Widerstand gegen Synodalen Weg

Spalter würden Bewahrern Spaltung vorwerfen, meint der Pastoraltheologe Hubert Windisch, der mit einer Petition zum Widerstand gegen den Synodalen Weg aufruft. Man schiebe ihm „geschickt und medial befeuert“ den „schwarzen Peter“ der mangelnden Reformbereitschaft zu.
Theologe Windisch erneuert Kritik am Synodalen Weg
Foto: Synodaler Weg/Malzkorn | Der eigentliche „Nichtspalter“ werde unter Rechtfertigungsdruck gesetzt, so Windisch. „Irgendwie schizophren oder im Ursinn des lateinischen Wortes pervers.“

Der Pastoraltheologe Hubert Windisch verteidigt die von ihm initiierte Petition „Wir bleiben katholisch“, in der er zusammen mit weiteren prominenten Erstunterzeichnern zum Widerstand gegen den Synodalen Wegaufruft. Den Vorwurf, mit solch einer Aktion zur befürchteten Spaltung der katholischen Kirche beizutragen, weist er gegenüber der „Tagespost“ zurück: „Es ist schon interessant, dass derjenige, der die katholische Kirche in ihrer Einheit, die immer eine Einheit in der Wahrheit ist, bewahren will, sich von denen, die Spaltung betreiben, den Vorwurf der Spaltung gefallen lassen muss.“ Spalter würden Bewahrern Spaltung vorwerfen, so der 71-Jährige. Dadurch werde der eigentliche „Nichtspalter“ unter Rechtfertigungsdruck gesetzt. „Irgendwie schizophren oder im Ursinn des lateinischen Wortes pervers.“

Lesen Sie auch:

Agenda einer "Zeitgeistprotestantisierung“ der Kirche

Windisch kontert Kritik zudem mit dem Gegenvorwurf, man schiebe ihm „geschickt und medial befeuert“ den „schwarzen Peter“ der mangelnden Bereitschaft zu, die Kirche in der heutigen Zeit glaubwürdig zu reformieren. Dadurch könne man ungestört die „Agenda einer Zeitgeistprotestantisierung“ der katholischen Kirche betreiben. Ein nüchterner Blick auf die evangelische Kirche zeige jedoch, „wie sehr eine Verwirklichung der Anliegen des Synodalen Wegs letztlich zur Unkenntlichkeit kirchlicher Substanz beiträgt. Auf dem jetzigen Synodalen Weg wird die katholische Kirche nicht erneuert, sondern ihr Antlitz zerstört“.

Windisch hatte die Petition Ende Februar auf dem US-Portal „lifepetitions.com“ veröffentlicht. Dort zählte sie bis Montagvormittag knapp 9.200 Unterstützer. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderen der Historiker und Autor Michael Hesemann, der Gründer und Vorsitzende des „Forums Deutscher Katholiken“ Hubert Gindert und der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Werner Münch.

Windisch: Katholische "Anti"-Bischöfe sind nicht alleine

Gegenüber der „Tagespost“ erklärte der Theologe Windisch darüber hinaus, dass man in der Öffentlichkeit ein Zeichen setzen wolle: „Der Synodale Weg findet beileibe nicht eine allgemeine Zustimmung innerhalb der katholischen Kirche.“ Viele Gläubige, denen die Katholizität der Kirche ein Anliegen sei, könnten sich in der Petition wiederfinden. Und auch die Bischöfe, „die sich in kleiner Zahl den unheilvollen Vorhaben des Synodalen Wegs entgegenstellen“, wolle man mit dem Aufruf anstoßen, „sich zusammenzuschließen und mutig Widerstand gegen die sich anbahnende Entwicklung zu leisten“. Jene katholischen „Anti“-Bischöfe sollten wissen, so Windisch, dass sie nicht allein seien - „nicht in Deutschland und auch nicht weltweit“.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Bischof Evangelische Kirche Katholikinnen und Katholiken Katholische Kirche Pastoraltheologen Synodaler Weg Werner Münch

Weitere Artikel

Bei der letzten Sitzung der Synodalversammlung in Stuttgart geht es um Bilanz, Reformperspektiven und den Übergang zur Synodalkonferenz. Ob Rom dem Gremium zustimmen wird, ist weiterhin offen.
09.01.2026, 14 Uhr
Meldung
Wie die Absage des Vortrags des „Tagespost“-Redakteurs an der Hochschule für Philosophie München in der deutschen Presselandschaft gedeutet wird.
27.11.2025, 18 Uhr
Redaktion

Kirche

Abrechnung mit Franziskus: Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen ließ bei dem Kardinalstreffen in Rom offenbar kein gutes Haar am Synodalen Prozess des verstorbenen Papstes.
13.01.2026, 10 Uhr
Meldung
Die Krippendarstellung in einer Stuttgarter Christmette habe „Irritation, Unverständnis und Ärger ausgelöst“ und werfe Fragen nach liturgischer Verantwortung auf.
13.01.2026, 09 Uhr
Meldung
Am Beschluss des Heiligen Jahres in der Ewigen Stadt nahm eine vielköpfige Pilgergruppe der Initiative „Neuer Anfang“ und der „Tagespost“ teil. Ein Wallfahrtsbericht.
12.01.2026, 16 Uhr
Thomas Philipp Reiter
Nur eine geeinte Kirche kann ein „Licht“ für die Völker sein. Auf der Suche nach der verlorenen Einheit hat der Papst mit den Kardinälen angefangen. Und vor den Diplomaten spricht er Tacheles.
09.01.2026, 11 Uhr
Guido Horst