Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Weltsynode

Podschun: „Einfach Menschen zu Priester*innen weihen“

Laut Gregor Podschun sind die Möglichkeiten der päpstlichen Synodalität begrenzt. Stattdessen fordert er die aktive Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Wegs in Deutschland. 
Gregor Podschun hat das neue synodale Gesprächsformat auf der Weltsynode kritisiert
| BDKJ-Bundesvorsitzender Gergor Podschun bedauert, dass die Themen Missbrauch, Gewalt und Diskriminierung in Rom nicht zentral stehen.

Gregor Podschun, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), hat das neue synodale Gesprächsformat auf der Weltsynode kritisiert und sich öffentliche Ergebnisse von der derzeit im Vatikan stattfindenden Weltsynode gewünscht. Das geht aus einem Interview Podschuns mit dem Internetportal katholisch.de vom Dienstag hervor. Weiter forderte er, man solle „einfach mal Menschen zu Priester*innen weihen, einfach mal Segnungen formalisieren und zulassen“.  Man könne nicht ewig abwarten, „dass sich etwas im Kleinen bewegt“. Es brauche massive systemische Veränderungen als Antwort auf die Missbrauchsfälle.

Lesen Sie auch:

Podschun erwarte von den Synodenteilnehmern, dass sie „in ihren Ländern aktiv ins Gespräch gehen“. Die deutschen Bischöfe sollten die Beschlüsse des Synodalen Weges aktiv nach Rom tragen und Antworten finden, wenn Rom die Beschlüsse des Synodalen Weges stoppen sollte. „Der Synodale Weg hat eindeutige Beschlüsse gefasst und ich erwarte, dass die in Deutschland umgesetzt werden“, sagte Podschun vor dem Hintergrund, dass die Themen Missbrauch, Gewalt und Diskriminierung in Rom nicht zentral sind.

Synodales Gesprächsformat sei begrenzt

Diese Themen seien laut Podschung nicht synodal zu lösen. „Man kann sich doch beispielsweise in der Frage der Diskriminierung gegenseitig nicht annähern und nur ein bisschen Diskriminierung abschaffen.“ Das Synodale Gesprächsformat habe Grenzen. Und er gehe davon aus, „dass der Papst sich sein Entscheidungsrecht nicht nehmen lässt“. Hier sei das „Prinzip der Mehrheitsentscheidung“ angebrachter.

Die vom Papst angestoßene Form des Miteinanders in der Kirche ist für Podschun ein „System der Beratung“, das die Machtstruktur in der Kirche erhalte. „Dass ein paar Lai*innen bei den Beratungen zugelassen sind, gefährdet nicht ernsthaft dieses Machtsystem“, so Podschun. Er habe wenig Hoffnung, dass sich durch diese Weltsynode die systemischen Veränderungen vollziehen würden. Laut Podschun solle man stattdessen „Dinge umsetzen und nicht nachfragen“ . DT/dsc

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Bund der Deutschen Katholischen Jugend Päpste

Weitere Artikel

Katholische Initiativen drängen auf Umsetzung der im Rahmen der Synodalversammlungen gefassten Beschlüsse. Gleichzeitig blicken sie mit Sorge auf die Zukunft des Synodalen Weges.
27.01.2026, 15 Uhr
Dorothea Schmidt
Die Katholische Akademie Berlin lädt zum Podium mit Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl. Die linke Elif Eralp gerät wegen antisemitischer Tendenzen ihrer Partei in Zugzwang.
10.09.2026, 18 Uhr
Michael Leh
Die junge Generation will das „ganze Paket“ katholischen Glauben, schreibt Pater Bernhard Gerstle. Und es gibt Bekehrungen; dort, wo Kirche und Bischöfe treu zur katholischen Lehre stehen.
06.06.2025, 09 Uhr
Bernhard Gerstle

Kirche

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die Kirchen in Berlin geben eine Empfehlung, was Wähler berücksichtigen sollten.
16.09.2026, 09 Uhr
Meldung
Der DBK-Vorsitzende spricht sich für mehr Zuhören zwischen den Ortskirchen aus. Synodalität bedeute, den Weg als Weltkirche gemeinsam zu gehen.
15.09.2026, 14 Uhr
Meldung
E-Bike oder Hometrainer? Selbst zu strampeln, ist anstrengend, aber man kann auf die eigene Leistung stolz sein. Ist das religiös übertragbar?
15.09.2026, 07 Uhr
Alexander Ertl
Leos zweiter Geburtstag im neuen Amt ist Anlass, darüber nachzudenken, was der Papst in der ersten Phase seines Pontifikats anders macht als sein Vorgänger. So ziemlich alles.
14.09.2026, 08 Uhr
Guido Horst
Die unbegrenzte Vergebungsbereitschaft, die Jesus von seinen Jüngern einfordert, besagt nicht, dass die Sünde nicht so schlimm ist. Entscheidend ist Bekenntnis und Bitte des Schuldners.
12.09.2026, 21 Uhr
Ludger Schwienhorst-Schönberger