Lourdes

„Ohne Glaube an die Ewigkeit macht das Leben keinen Sinn“

Stabsunteroffizier Eva Schridde war acht Jahre Soldatin auf Zeit in der Bundeswehr und ist jetzt Reservistin. Sie ist zum zweiten Mal bei der Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes dabei.
Stabsunteroffizier Eva Schridde
Foto: Franziska Harter | "Durch den Glauben habe ich das Vertrauen, dass uns dort, nach dem Tod, ein Platz bereitet wird", meint Stabsunteroffizier Eva Schridde.

Stabsunteroffizier Schridde, was hat Sie dazu bewegt, zur Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes zu kommen?

Lourdes ist ein Ort, der einen magisch anzieht und aus diesem Grund bin ich jetzt schon das zweite Mal dabei. Ich wurde in Polen geboren, meine Eltern haben mich mein ganzes Leben lang katholisch erzogen. Meine Mutter war vor Jahren schon einmal hier in Lourdes, daher habe ich 2018 zum ersten Mal an der internationalen Soldatenwallfahrt teilgenommen. Die Atmosphäre hier ist einmalig. Was man hier erlebt, erlebt man nirgendwo auf der ganzen Welt. 

Was genau fasziniert Sie so?

"Besonders bewegt mich zu sehen, wie Soldaten
verschiedener Nationen zusammen beten.
Das verschlägt einem schon die Sprache"

Das Miteinander von Soldaten aus aller Herren Länder. Auch wenn man die andere Sprache nicht beherrscht, man verständigt sich einfach. Zur Not mit Händen und Füßen, wenn Englisch nicht ausreicht. Es funktioniert immer. Hier herrscht eine große Herzlichkeit, alle sind gut drauf. Besonders bewegt mich zu sehen, wie Soldaten verschiedener Nationen zusammen beten. Das verschlägt einem schon die Sprache.

Ist es in diesem Jahr, wo der Krieg an Europa heranrückt, noch einmal besonders für Sie?

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Ja, man macht sich natürlich Gedanken, denn schlimmstenfalls könnte es zum Verteidigungsfall kommen. Wir haben den Frieden viel zu lange für selbstverständlich gehalten. Es macht mich besorgt, dass der Frieden, der geschaffen wurde, jetzt in Gefahr gerät. Besonders berühren einen die ukrainischen Soldaten, die hier teilnehmen. Jedes Mal, wenn die ukrainische Flagge vorbeizieht, denkt man sich:  Man will irgendwie helfen, aber einem sind die Hände gebunden. Trotzdem man fühlt mit diesen Soldaten.

Warum haben Sie sich entschieden, zum Militär zu gehen? Gerade als Frau?

Der Soldatenberuf war für mich schon immer ein Beruf, zu dem ich aufschaue. Ich finde es richtig, sich für den Frieden auf der ganzen Welt einzusetzen. Ich war acht Jahre lang Soldat auf Zeit und habe mich jetzt als Reservistin beordern lassen. War man einmal bei der Bundeswehr, gehört man im Herzen immer dazu und hat weiterhin diesen Bezug. Deswegen habe ich für mich entschieden, Reserveübungen zu machen. 

Haben Sie sich als Soldatin schon die Frage nach dem Tod gestellt?

Natürlich hat man sich Gedanken darüber gemacht, dass man mit dem Tod konfrontiert werden könnte. Zumal mein Mann über ein halbes Jahr in Afghanistan war und das mit der unbeständigen Sicherheitslage mich besorgt hat. Das macht etwas mit einem. Der Glaube hilft einem dabei, und auch das Vertrauen, nicht nur in Gott, sondern auch in die Kameraden, dass man aufeinander aufpasst und füreinander da ist. Durch den Glauben habe ich das Vertrauen, dass uns dort, nach dem Tod, ein Platz bereitet wird. Ohne das würde es für mich keinen Sinn machen, zu leben.

Lesen Sie weitere Berichte und eine ausführliche Reportage von der internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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Franziska Harter

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