Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach „Fiducia supplicans“

Glaubenspräfekt kündigt Reise nach Deutschland an

Kardinal Fernández kündigt „Prozess der Konversion und Vertiefung“ mit den deutschen Bischöfen an und kritisiert Episkopate, die ritualisierte Segnungen irregulärer Paare durchführen.
Glaubenspräfekt Fernández plant eine Reise nach Deutschland.
Foto: IMAGO/Maria Laura Antonelli / Avalon (www.imago-images.de) | Glaubenspräfekt Fernández plant eine Reise nach Deutschland.

Glaubenspräfekt Víctor Manuel Fernández hat angekündigt, für „wichtige Gespräche“ nach Deutschland zu reisen. In einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal „The Pillar“ zu dem neuen Dokument „Fiducia supplicans“ eröffnete Fernández, dass eine Gruppe von Dikasterienpräfekten einen „Prozess der Konversion und Vertiefung“ mit den deutschen Bischöfe anstrebe und „Notwendiges klären“ wolle. 

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Ritualisierte Segnungen irregulärer Paare „unzulässig“

Fernández kritisierte gegenüber dem „Pillar“ Diözesen, in denen ritualisierte Formen von Segnungen irregulärer Paare durchgeführt werden. „Das ist unzulässig“, bekräftigt der Glaubenspräfekt. Ein liturgischer Segen sei etwas anderes als der pastorale Segen, den „Fiducia supplicans“ herausarbeite und der helfe, den Glauben der Menschen auszudrücken, „selbst wenn diese Menschen große Sünder sind“. Dieser Segen schließe die Anerkennung dessen ein, dass „nicht alles im täglichen Leben dieser zwei Menschen Sünde sei, weshalb man dafür bitten könne, dass sie einen Geist des Dialogs, der Geduld und gegenseitiger Hilfe empfangen.“  Gleichzeitig solle der Segen eine Bitte an den Heiligen Geist einschließen, dass die Beziehung, von der der Priester oft nichts wisse, von dem geläutert werde, dass nicht zum Evangelium und dem Willen Gottes passe. 

„Dieser Segen validiert oder rechtfertigt nichts“

Laut Fernández gebe es manchmal „beispielhafte Paare“, die in der Vergangenheit eine sexuelle Beziehung gehabt hätten und die nun durch ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit teilten. Anders als beim Sakrament der Beichte bitte der Priester beim pastoralen Segen darum, dass die Freundschaft reift und in der Treue zum Evangelium gelebt wird. „Auch wenn es eine Art sexueller Beziehung gegeben hätte, ob sie bekannt ist oder nicht – dieser Segen validiert oder rechtfertigt nichts“, so Fernández. DT/sdu 

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