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Chartres: Mögliches Verbot der tridentinischen Messfeier

Zur jährlichen Chartres-Wallfahrt gehört die Messfeier in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Die Normen würden die Organisatoren nicht korrekt anwenden, so der Vatikan.
Chartres Wallfahrt
Foto: Loïc Mazalrey via www.imago-images.de | Ein Rückbesinnung auf die Tradition ist in Teilen der katholischen Jugend, wie bei den Teilnehmern der beliebten Chartres-Wallfahrt, durchaus zu beobachten.

Wird die Messe im tridentinischen Ritus bei der jährlichen „Chartres-Wallfahrt“ künftig noch erlaubt sein? Womöglich könnte der Vatikan diese bald verbieten, wie die französische Zeitung „La Croix“ am Donnerstag meldete. Sie beruft sich auf einstimmige Informationen aus Rom und Paris. Die Chartres-Wallfahrt, die traditionellste und symbolträchtigste Versammlung der katholischen Kirche Frankreichs, wie „La Croix“ schreibt, werfe Fragen zur Konformität ihrer Messfeier mit den Regeln zum „alten Messritus“ auf. Darum überlege das Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung nun, „bestimmte Zelebrationen“ zu verbieten.

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Der Präfekt des Dikasteriums, der britische Kardinal Arthur Roche, befürchte, dass die Organisatoren die Normen zur Feier der vorkonziliaren Messe nicht respektierten. „Die geschlossene Messfeier in der Kathedrale zu Chartres ist rechtsfreies Gebiet“, meine eine Person, die sich „sehr gut in dem Thema auskennt“, so „La Croix“. Vorgeworfen werde den Wallfahrern, in Chartres eine nicht-öffentliche Messe im tridentinischen Ritus zu feiern und dabei vorkonziliare Messbücher zu nutzen, ohne sich dazu von Rom die Erlaubnis einzuholen.

Bischof „enttäuscht“

Nach dem päpstlichen Dekret „Traditionis custodes“ aus dem Jahr 2023 muss jede Messe im tridentinischen Ritus sowohl vom Vatikan approbiert als auch vom jeweiligen diözesanen Bischof genehmigt sein. Der Bischof von Chartres, Philippe Christory, zeigte sich „enttäuscht“, schreibt „La Croix“, dass die traditionalistischen Wallfahrer nicht offen für die neuen Messbücher seien. Er hoffe auf mehr Offenheit von ihrer Seite – schließlich nähmen auch nicht-traditionalistische Christen an der Wallfahrt teil. „Wir haben eine gemeinsame Zukunft“, so der französische Bischof laut „La Croix“.

Vom 7. bis 9. Juni 2025 solle die „Wallfahrt mit großer Anziehungskraft“, wie ein Teilnehmer sie gegenüber der „Tagespost“ bezeichnete, wieder stattfinden. Wie jedes Jahr um Pfingsten herum sei geplant, sich auf den 100 Kilometer langen Weg von Paris zum Marienwallfahrtsort Chartres zu machen. Im letzten Jahr nahmen 18.000 junge Menschen an dem stetig wachsenden Glaubensevent teil. Der deutsche Kardinal Gerhard Müller hatte das Pontifikalamt zum Abschluss in der außerordentlichen Form des römischen Ritus in der Kathedrale von Chartres zelebriert. DT/elih

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