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Leo XIV.: „Künstliche Intelligenz löst eine neue Industrielle Revolution aus"

Der neugewählte Pontifex erläuterte am Samstagvormittag den Kardinälen seine Namenswahl und betonte, dass mithilfe der katholischen Soziallehre der neue soziale Wandel zu meistern sei.
-Papst Leo XIV
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Papst Leo XIV. warnt einerseits vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz, ist sich jedoch sicher, dass die Kirche auf den neuen sozialen Wandel die richtigen Antworten hat.

Am Donnerstag wurde Robert Francis Prevost zum neuen Papst gewählt - nun hat sich Papst Leo XIV. erstmals ausführlich zur Wahl seines Namens geäußert.

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„Die Welt steht vor einer neuen industriellen Revolution"

Am Samstagvormittag erläuterte der neue Pontifex, dass er sich bei seiner Namenswahl vor allem auf Papst Leo XIII. bezieht - jenem Papst, der mit seiner bahnbrechenden Enzyklika „Rerum novarum" die soziale Frage ins Zentrum der katholischen Lehre rückte.  „Leo XIII. stellte sich den Herausforderungen der ersten industriellen Revolution – heute stehen wir vor einer neuen: der Revolution der künstlichen Intelligenz und ihrer Auswirkungen auf Gerechtigkeit, Arbeit und Menschenwürde“, sagte Leo XIV.

Dank der von Leo XIII. maßgeblich angestoßenen katholischen Soziallehre habe man, so der Pontifex weiter, die Möglichkeit, geistlich und geistig gerüstet dem neuen sozialen Wandel zu begegnen: „Die Kirche bietet auch heute ihren Schatz der Soziallehre an, um den Menschen Orientierung zu geben.".

Der Primat Christi, Synodalität und Papst Franziskus

In seiner Ansprache sprach Leo XIV. auch über die Verantwortung des Petrusamtes. „Der Papst ist ein demütiger Diener Gottes und der Brüder, nichts weiter“, betonte er und würdigte zugleich die „schlichte Hingabe und essenzielle Lebensweise“ seines Vorgängers Papst Franziskus. Der neue Papst zeigte sich dankbar für die Unterstützung des Kardinalskollegiums und erinnerte daran, dass niemand dieses Amt aus eigener Kraft tragen könne: „Ich weiß, dass ich immer, immer auf die Hilfe des Herrn zählen kann.“

Besondere Akzente setzte Leo XIV. auch im Blick auf die Zukunft der Kirche. Mit Bezug auf das Zweite Vatikanische Konzil rief er zu einer Fortsetzung des Weges der Synodalität auf, zu missionarischer Umkehr, zu stärkerer Kollegialität und zur liebevollen Hinwendung zu den Ausgegrenzten. Er zitierte das Schreiben „Evangelii gaudium" seines Vorgängers und und betonte, dass Papst Franziskus den Weg für die Kirche „meisterhaft und konkret (...) dargelegt" habe und hob einige aus Sicht des Papstes grundlegende Punkte hervor: „Die Rückkehr zum Primat Christi in der Verkündigung; die missionarische Umkehr der gesamten christlichen Gemeinschaft; das Wachstum von Kollegialität und Synodalität; Aufmerksamkeit für den sensus fidei, vor allem in seinen authentischsten und umfassendsten Formen wie der Volksfrömmigkeit; liebevolle Sorge für die Geringsten und die Ausgestoßenen; mutiger und vertrauensvoller Dialog mit der Welt von heute in ihren verschiedenen Komponenten und Realitäten.“ DT/sta

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Meldung Der neue Papst: Leo XIV. Kardinäle Katholische Soziallehre Leo XIV. Papst Franziskus Robert F. Prevost Synoden

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