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Das Leben Jesu erscheint als Sakrament

Margarete Strauss erklärt, wie Jesus sein Leben von Anfang an dazu gelebt hat, um für uns die Erlösung zu erlangen.
Erbsünde: Darstellung Adam und Eva
| In Christus und dessen Erlösungswerk hat der Mensch sein Leben als Abbild Gottes, das er in der Erbsünde verloren hat, wiedererlangt.

„In welchem Sinn ist das ganze Leben Christi Mysterium? Dies Frage stellt die Theologin Margarete Strauss zu Beginn des 101. Kathechismuspodcasts und zitiert aus dem Kompendium der katholischen Kirche: „Das ganze Leben Christi ist Offenbarungsgeschehen. Was im irdischen Leben Jesu sichtbar ist, verweist auf sein unsichtbares Mysterium, vor allem auf das Mysterium seiner Gottessohnschaft: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14, 9). Überdies ist das ganze Leben Christi Heilsmysterium, auch wenn das Heil in seiner Fülle vom Kreuz und von der Auferstehung kommt. Alles, was Jesus getan, gesagt und gelitten hat, war nämlich dazu bestimmt, den gefallenen Menschen zu retten und wieder in seine Berufung als Kind Gottes zu versetzen.“

Der Katechismus der katholischen Kirche erkläre, dass das Glaubensbekenntis aus dem Leben Christi nur zwei Mysterien nenne: das der Menschwerdung und jenes des Paschah. Von den Mysterien des öffentlichen und verborgenes Lebens Jesu sei nicht ausdrücklich die Rede. Auch die Bibel gebe dazu wenig Auskunft. Jesu Leben sei „wirklich ein verborgenes Leben“, so Strauss. Wie Jesus aufgewachsen sei, was er erlebt habe, das finde man in biblischen Texten nicht. Und auch über vieles aus seinem öffentlichen Leben werde nicht berichtet. „Was aber in den Evangelien aufgezeichnet ist, ist aufgeschrieben, damit wir glauben, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes ist", so Strauss.

Leben Jesu im Licht des Weihnachts- und des Ostermysteriums

Jene Texte, die die Menschwerdung und das Leiden Jesu beträfen, würden das ganze Leben Jesus erhellen. Alles, was Jesus von Anfang an bis zu dem Tag getan habe, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde, sei laut Strauss "im Licht des Weihnachts- und des Ostermysteriums zu sehen“. Aspekte des Lebensanfangs und des Lebenssende Jesu seien miteinander zu verknüpfen. Dann stelle man fest, dass sich das Pashach Christi bereits zu Beginn seines Lebens, bei seiner Geburt abzeichne.
Jesus sei wirklich geboren, um zu sterben.

Im Katechismus heiße es, Jesu Leben erscheine als Sakrament, es sei also „Zeichen und Werkzeug seiner Gottheit“. Alles Aufgeschriebene sei dazu da, den Vater zu zeigen. Die Evangelien seien vom Erlösungsgeheimnis her zu betrachten, nicht bloß eine historische Erzählung und Information. Dann würde man erkenne, dass alles dara hinauslaufe, „dass Jesus das Leben für uns hingiben würde“, führt die Theologin aus.

Als Beispiel nennt sie Jesu verborgenes Leben im Gehorsam. Dies habe Jesus gelebt, um unseren Ungehorsam zu sühnen. Mit dem heiligen Irenäus zitierend, sagt Strauss, dass der Mensch sein Leben als Abbild Gottes, das wir in der Erbsünde verloren haben, wir in Jesus Christus wiedererlangen würde. „Jesus hat gelebt, um für uns und zu unserem Heil die Erlösung zu erlangen“, uns zwar vom ersten Augenblick seines Lebens an.  DT/dsc

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