Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

Philippinische Bischöfe rufen wegen blasphemischer Äußerungen des Präsidenten zu Gebet und Fasten auf

Die Spannungen zwischen den philippinischen Bischöfen und dem Präsidenten Duterte könnten aktuell kaum größer sein. Die Bischöfe haben nun zu einer dreitägigen Gebets- und Fastenzeit aufgerufen.
Neuer nationaler Polizeichef auf den Philippinen
Foto: Rouelle Umali (XinHua) | 19.04.2018, Philippinen, Quezon: Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen, hält für die Fotografen ein israelisches Galil Sturmgewehr, das ihm der scheidende philippinische Polizeichef Dela Rosa überreichte, bei ...

Die Spannungen zwischen den philippinischen Bischöfen und dem Präsidenten des südostasiatischen Landes, Rodrigo Duterte, könnten aktuell kaum größer sein. Angesichts der blasphemischen Bemerkungen Dutertes hat die Bischofskonferenzen nun zu einer dreitägigen Gebets- und Fastenzeit aufgerufen. Der philippinische Staatschef hatte Gott unter anderem als „dumm“ bezeichnet und angekündigt, umgehend zurückzutreten, sobald ihm Gottes Existenz bewiesen worden sei. Die Bischöfe trafen sich danach mit Duterte, um die gespannte Lage zu entschärfen. Die philippinische Bevölkerung, die mehrheitlich katholischen Glaubens ist, reagierte empört auf die Äußerungen ihres Präsidenten.

In einem pastoralen Schreiben an die Bürger des Landes ruft Romulo Valles, Erzbischof von Davao und Vorsitzender der philippinischen Bischofskonferenzen, nun dazu auf, den 16. Juli zum „Tag des Gebets und der Buße“ zu machen. Zudem sollen sie Gott um Gnade und Gerechtigkeit für diejenigen bitten, „die den heiligen Namen Gottes schmähen, die lästern und falsches Zeugnis ablegen, und die Mord begehen oder Mord als Mittel im Kampf gegen die Kriminalität in unserem Land rechtfertigen“. Die folgenden drei Tage – vom 17. bis zum 19. Juli – erklärten sie zu einer Phase des Fastens, Betens und des Almosengebens.

Obwohl das pastorale Schreiben Präsident Duterte nicht namentlich erwähnte, spielten die Bischöfe darin auf einige seiner bisherigen Handlungen und politischen Entscheidungen an. Seit seinem Wahlsieg wird Duterte dafür kritisiert, mit seinem gewaltsamen Kampf gegen die Drogen „soziale Säuberungen“ zu betreiben. Die katholische Kirche hat immer wieder ihre Stimme gegen die Machenschaften des Staatsoberhauptes erhoben.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Bischofskonferenz Erzbischöfe Fastenzeit Rodrigo Duterte

Weitere Artikel

Wenn weltliche und geistliche Macht aneinandergeraten: In der Geschichte hat sich das Papsttum am Ende immer behauptet.
20.04.2026, 09 Uhr
Henry C. Brinker
Mit Gott als bestem Freund, nicht als einem Fremden sprechen: In der Gebetsschule mit Don Camillo.
19.05.2026, 09 Uhr
Clara Ott
Opfertod und neues Leben: Symbolträchtige Gebäckspezialitäten erzählen von einem christlichen Europa.
05.04.2026, 13 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser