Gegen die Todesstrafe und gegen die in den USA geplante Fernsehübertragung der Hinrichtung eines Mörders hat sich der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller ausgesprochen.
In einer Predigt in Stift Heiligenkreuz sagte Kardinal Müller, es sei der größte Traum vieler Machtpolitiker, die Macht über Leben und Tod der Bürger zu haben. Die Kirche sei davon überzeugt, „dass kein Staat das ius in corpus hat, dass die Grenzen der staatlichen Macht am menschlichen Körper, auch des Delinquenten, enden“. Deshalb sei die Folter „total unmoralisch“, aber auch die Todesstrafe sei unmoralisch. „Zu dieser Erkenntnis sind wir nach all den negativen Erfahrungen gekommen“, so der vormalige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.
Müller: Todesstrafe ist unmoralisch
Die Ankündigung des US-amerikanischen Kriegsministers Pete Heseth, die Erschießung eines Attentäters Anfang Dezember per Livestream übertragen zu lassen, kritisierte Kardinal Müller in seiner Predigt als „unmoralisch“ und als „Verrohung“, die „in keiner Weise gebilligt werden darf“. Die Soldaten, die zu diesem Erschießungskommando abkommandiert werden, seien „in ihrem Gewissen berechtigt und verpflichtet, Nein zu sagen, zu einem so grausamen und unmoralischen Schauspiel“, so Müller. DT/ sba
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