Theologiestudium

Immer weniger Studenten an Theologischen Fakultäten

Existenzbedrohende Einbrüche zeigen sich bei den Studentenzahlen in der katholischen Theologie. Priesteramtskandidaten spielen in Statistik fast keine Rolle mehr. 
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Foto: Fotostand / Gelhot via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Immer weniger schlagen den Weg zum Studium der katholischen Theologie ein. Die Fakultäten sehen sich in ihrer Existenz gefährdet.

Die Studentenzahlen an den Katholischen Theologischen Fakultäten sind in den vergangenen Jahren dramatisch eingebrochen. Darauf hat der Katholisch-Theologische Fakultätentag auf seiner Tagung in der vergangenen Woche hingewiesen. Die größte Gruppe in der katholischen Theologie stellen noch immer die Lehramtsstudenten. Doch auch diese Zahl, 2018/2019 noch rund 18.000 Studenten, ist seitdem um etwa 40 Prozent eingebrochen. Die Zahl derer, die in ein Vollstudium eingeschrieben sind, hat sich innerhalb der letzten 25 Jahre auf heute rund 2.500 halbiert. Beispielsweise beträgt die Auslastung der Katholischen Theologischen Fakultät in Freiburg gerade noch 28 Prozent. Auch die Zahl der Priesteramtskandidaten hat mit rund 200 einen schmerzhaften Tiefststand erreicht.

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Kaum Habilitationen

Studentenzahlen in dieser Höhe könnten einen Teil rund 50 Fakultäten und Institute überflüssig machen. Das betrifft vor allem die Fakultäten, die den ganzen Kanon theologischer Disziplinen umfassen. Für die Lehrerausbildung reichen kleinere Institute, die mit weniger Lehrstühlen auskommen. Der dramatische Einbruch wirkt sich auch auf den wissenschaftlichen Nachwuchs aus. In der Theologie gab es 2019 neun und 2020 acht Habilitationen. Bis 2025, so die Prognose, wird auf jede freie Professorenstelle nur noch ungefähr ein habilitierter Theologe kommen. Die Zahl der Promotionen im Fach Theologie hat ebenfalls dramatisch abgenommen. 

Neuer Vorsitzender

Weitere Sorgen bereiten dem Katholisch- Theologischen Fakultätentag die Bestrebungen der Deutschen Bischofskonferenz die Priesterausbildung zu zentralisieren. Da auch die Bundesländer inzwischen weniger Hemmungen zeigen Konkordate mit dem Heiligen Stuhl zu diskutieren, sind die staatlichen Garantien für die Fakultäten längst nicht mehr in Stein gemeißelt. Im Rahmen der jüngsten Jahresversammlung des Katholisch- Theologischen Fakultätentages wechselte turnusmäßig der Vorsitz dieses Zusammenschlusses katholischer Theologischer Fakultäten in Deutschland. Die Dogmatikerin Johanna Rahner übergab an den Dogmatiker Dirk Ansorge aus Frankfurt St. Georgen. DT/pwi

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