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Exorzist: „Wir werden mit Anfragen aus der ganzen Welt überhäuft“

Im Gespräch mit der „Tagespost“ bemängelt der US-amerikanische Priester Stephen Rosetti die Exorzistenausbildung für Priester.
Exorzisten sind gefragt, so der Priester Stephen Rosetti im Interview.
| Exorzisten sind gefragt, so der Priester Stephen Rosetti im Interview.

Der amerikanische Priester und Exorzist Stephen Joseph Rosetti hat auf den großen Bedarf an qualifizierten Priestern für den Befreiungsdienst der Kirche hingewiesen. Im Gespräch mit der „Tagespost“ erklärte der Leiter des geistlichen Zentrums St. Michael Center for Spiritual Renewal in Gaithersburg bei Washington, in der Priesterausbildung auf der ganzen Welt gebe es ein großes Problem in Bezug auf das Phänomen der Befreiungsgebete und Exorzismen.  „Typischerweise werden Priester in der Ausbildung nicht für den diesen Befreiungsdienst ausgebildet. Wenn sie dann geweiht werden, kommen Menschen zu ihnen und bitten um Hilfe bei etwas, das sie für dämonisch halten“, erklärte er.

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In vielen Diözesen fehlen Exorzismen

Junge Priester hätten in der Regel weder das Handwerkszeug, um die Ursachen zu erkennen, noch seelsorgerische Erfahrung im Umgang mit ihnen. Der Heilige Stuhl habe zwar jede Diözese in der Welt aufgefordert, einen Exorzisten zu benennen. Nach Einschätzung Rosettis kommt aber weniger als die Hälfte der Bistümer dieser Forderung nach. In manchen Ländern gebe es überhaupt keinen Exorzisten.  Deshalb werde das St. Michael Center „mit Anfragen aus der ganzen Welt überhäuft.“

Dass das Phänomen der Besessenheit auch Getaufte betrifft, erklärt Rosetti, dessen „Tagebuch eines amerikanischen Exorzisten“ kürzlich in deutscher Übersetzung im Media Maria Verlag erschienen ist, damit, dass die Taufe zwar die Erbsünde auslösche und den Menschen aus dem Griff Satans befreie, doch nicht alle Auswirkungen des Bösen in der Welt und im Leben des Einzelnen zunichte mache. Zudem litten manche unter schweren Sünden. Ausdrücklich warnt der Geistliche vor der Beschäftigung mit Wahrsagerei, okkulten Praktiken wie Tarotkarten, Ouija-Brettern, dem Aussprechen von Zaubersprüchen sowie dem Befragen von Medien. DT/reg

Lesen Sie das vollständige Interview in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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