Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

SPD will Abschaffung des § 219a und Verbot von Gehsteigberatungen

Bundestagsfraktion verabschiedet Positionspapier, um das „Recht auf reproduktive Selbstbestimmung von Frauen" zu stärken.
SPD will § 219a abschaffen
Foto: Boris Roessler (dpa) | „Frauen, die sich in einer Konfliktsituation für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden“, benötigten „ungestörten Zugang zu Informationen“, heißt es in dem SPD-Positionspapier.

Die SPD-Bundestagsfraktion macht sich für das „Recht auf reproduktive Selbstbestimmung von Frauen stark“ und habe dazu eine „Positionspapier“ verabschiedet. Das erklärte die zuständige Berichterstatterin Gülistan Yüksel gestern in Berlin. Das einseitige Papier kann auf der Homepage der SPD-Bundestagsfraktion eingesehen werden.

SPD spricht von „Gehsteigbelästigungen“

„Frauen, die sich in einer Konfliktsituation für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden“, benötigten „ungestörten Zugang zu Informationen“. „Das bedeutet, dass wir neben der Abschaffung des 219a StGB, der ein Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche vorsieht, auch eine Regelung brauchen, welche die sogenannten ‚Gehsteigbelästigungen‘ vor Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen verhindert“, heißt es in einer Pressemitteilung Yüksels.

Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln gefordert

Lesen Sie auch:

Immer wieder komme es „vor Beratungsstellen und Arztpraxen zu sogenannten ‚Mahnwachen‘ oder ‚Gehsteigbelästigungen‘ durch sogenannte Lebensschutzerinnen und Lebensschutzer.“ „Schwangere Frauen, die sich oftmals in einer emotional sensiblen Lage befinden“, würden hierdurch „psychisch unter Druck gesetzt und in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt“, so Yüksel. Auch Beraterinnen und Berater sowie Ärztinnen und Ärzte könnten dadurch „ihren Beruf nicht ungestört ausuben“. Schwangere hätten „ein Recht auf eine störungsfreie, anonyme und sachliche Beratung“. „Um dies sicherzustellen, machen wir uns fur eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung stark, durch die sogenannte ‚Gehsteigbelästigungen‘ verhindert werden.“

Wichtig sei, dass Frauen und Männern ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Angebot von Beratungsleistungen zur Familienplanung zur Verfügung stehe. Fur die „reproduktive Selbstbestimmung“ sei außerdem „der Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln sowie der Forschungsausbau zu Verhütungsmitteln auch fur Männer bedeutend“, so Yüksel weiter.  DT/reh

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung SPD

Weitere Artikel

Vor 50 Jahren trat die Zweite Reform des § 218 StGB in Kraft. Mit ihr gab der Gesetzgeber die Pflicht des Staates, das Leben ungeborener Menschen zu schützen, de facto auf.
22.06.2026, 07 Uhr
Stefan Rehder
Lukas Brandscheid glaubt nicht, dass das öffentlich Bild von Friedrich Merz die alte Strahlkraft zurückbekommt. Er fordert, dass die Union wieder mehr Durchsetzungskraft aufbringt.
23.10.2026, 07 Uhr
Sebastian Sasse
Nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geistliche Aspekte: Der Bund Katholischer Unternehmer diskutiert bei seiner Düsseldorfer Bundestagung die aktuelle Lage der Wirtschaft.
10.10.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Kirchenvertreter und Jordaniens Großmufti verurteilen den Angriff auf eine orthodoxe Kirche und rufen zum Gebet und zum Zusammenhalt von Christen und Muslimen auf.
24.10.2026, 14 Uhr
Meldung
Der Vatikan hat kurzfristig entschieden: Die Pilger der „Summorum-Pontificum“-Wallfahrt dürfen den Petersdom nicht einmal betreten. Eine unnötige Grausamkeit.
24.10.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Ein mehrtägiges Ratzinger-Symposion an der Universität Wien versteht sich als Ouvertüre zum Gedenkjahr des vor 100 Jahren geborenen Theologen-Papstes.
24.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Dogmatiker Jan-Heiner Tück würdigt Joseph Ratzingers Beitrag zum Zweiten Vatikanum und dessen Konzilsinterpretation bei theologischem Symposion an der Universität Wien.
24.10.2026, 08 Uhr
Meldung
Der Konflikt um die Neugestaltung des Altarraums der Basilika Weingarten geht in die nächste Runde: Neu aufgetauchte Unterlagen könnten die bisherigen Planungen infrage stellen.
23.10.2026, 14 Uhr
Meldung